nach den 3-4 tagen auf olshon sind wir auf dem rückweg nochmal nach irkutsk um im baikalhostel eine nacht zu verbringen. da sie recht voll waren, hat die angestellte dort schnell noch die möbel umrücken wollen und mir dabei die kommode gegen meinen grossen zeh geschoben. dabei hat sich der nagel komplett gelöst und meine “weissen” schicken socken waren voller blut, hat nebenbei auch wirklich weh getan. die erste verletzung. und das nicht im schotter sondern beim möbelrücken ![]()
immerhin habe ich als wiedergutmachung ne tafel schokolade bekommen. und die russen betonen ja stets ihre schokolade sei besser als unsere.
im hostel haben wir dann zufällig zum 3. mal den peter aus wien getroffen
er wollte noch mit mir auf kneipentour gehen, aber ich musste mein fuss hochhalten. er ging alleine und kam erst um 9 uhr nächsten morgen wieder
die auspüffe unserer bullets klingen mittlerweile dermaßem gut, dass vor allem in ortschaften und städte sämltiche wegfahrsperren und alarmanlageng der autos im 5-10 meter umkreis losheulen
andreas hat seine mittlerweile 32000km alten kontakte getauscht. jetzt scheint auch der leerlauf wieder richtig zu funktionieren.
nach irkutsch wurde es sehr bergig. ich musste sogar mal in den 3. gang zurückschalten. die arme mz hatte arg zu kämpfen.
auffällig ist, dass die verkäufer am strassenrand immer geballt das gleiche verkaufen. es gibt entweder nur erdbeeren, waldbeeren, hüte, birkenzweige, honig, maischips… so gut wie nie eine auswahl. oft stehen auf 100 meter 25 leute die ihre erdbeeren verkaufen. dann gibts nix anderes. schon doof. hat so was von kommnismus ![]()
wäre jemand clever würde er dann in der erdbeermasse zb. birnen verkaufen.
wir haben von dem motorradclub iron tigers in wladiwostok erfahren, dass vom 5-9 aug dort ein sehr grosses bike festival in fokino ist. mal sehen ob wir das schaffen.
hab irgendwo gelesen, dass man den kontakt zu den tigers nicht suchen muss… die finden einen schon in WW.
genauso wie eine biker gruppe auf dem heimweg nach krasnojarsk. die sind immer extrem interessiert an uns und bieten jegliche hilfe an. machen fotos, schenken immer etwas (meist russische anstecker)…
wir haben beschlossen einen tag nach arschan zu fahren. ein luftkurort mit heissen quellen im tunga valley. kaum im valley angekommen wurden wir von polizisten oder rangern angehalten und jeder durfte 50 rubel bezahlen. angeblich eintritt für den national park. gab immerhin ein pamphlet dafür.
das tunga valley ist recht ruhig, ärmlich, sauber und hat was von österreichischen alpen. 3000m hohe berge. die kühe haben null respekt vor autos, noch deren hupen. die stehen einfach auf der strasse rum, liegen sogar beim wiederkäuen. selbst wenn autos anbrausen drehen die noch nicht mal den kopf. wenn die dann hupen, schaut die kuh zwar hin, bewegt sich aber immer noch nicht. geht also nur drumrum fahren. obwohl auf unsere cow-horn gibts schon ab und an ne kleine regung.
die kühe wissen schon, wer dort chef ist.
arschan ist ein kleines kaff am berg, voller russische touris, dreckig, langeweilig und naja. zum wandern bestimmt nett, mehr aber nicht. haben uns eine nacht eingemietet. den andre aus wladi wostok getroffen. er war mit seiner afrika twin da. und erzählte uns von der “strasse” zw chita und WW. irgendwie nicht das was wir hören wollten, doch dazu später noch mehr.
ich hab mir auf den dortigen china-flohmarkt noch einen nierengurt aus kamelhaar gekaufen. made 100% in mongolia.
russischer brauch ist es an pässen immer geld aus dem auto zu werfen. auf den passstrassen liegt dann immer unmengen an münzen. teils 10 rubel münzen. und die bleiben auch liegen. man läuft stellenweise auf geld rum. auch auf rastplätzen oder quellen findet man oft opfergaben. sei es brot, münzen, visitenkarten, vodkaflaschen…
es war recht kühl an der strasse südlich des baikalsees.
dort ist mir auch die kette gerissen. und zwar dieses dämliche halb-glied welches nur indische bullets brauchen weil die kette sonst zu kurz ist. zum glück lag die kette auf der strasse und nicht verkeilt am getriebe.
das halb-glied war hinüber. und ich hatte kein 2. dabei. der kettenschutz war total verknickt und verkeilt zw. schwinge und hinterrad. ich hatte ein normales kettenschloss dabei und probierte ob es auch ohne halb-glied passt, da die kette ja shcon ordentlich gelängt war. tatsächlich konnte ich das halb-glied weglassen. nach ner guten stunde konnten wir weiterfahren. das verbeulte kettenschutz hat andy schonmal etwas gerichtet, aber es war mehrfach gebrochen. also mitgenommen zum reparieren sobald sich die gelegheit ergibt.
als wir ca 120 km vor ulan-ude ins landesinnere abgebogen sind stieg die temperatur sprunghaft von etwas unter 20 grad auf über gefühlte 35 grad
vor ulan-ude haben wir nach über 9000km den bullets einen ölwechsel spendiert. und den luftfilter mal ausgeblasen. leider hatten die kein schweissgerät, sonst hätte ich mich auch mal um den kettenschutz gekümmert.
ulan-ude ist echt dreckig. eine fabrik mitten in der stadt, so wie es von der umgehungsstrasse aussah. nach ulan-ude wurde die landschaft wieder ganz anders. erst am fluss entlang, dann viele hügel und berge wie in hochschwarzwald. (andy meinte es sieht aus wie auf der schwarzwaldhöhenstrasse, nur ohne autos und menschen) dann aufeinmal steppe mit riesigen weiten und leichte steigungen… so weit man schauen konnte einfach nichts. dann wieder wälder und die transib querte mehrmals. und heiss. über 35 grad. schöne strassen, kaum verkehr und nur alle 2-3 km grosse schlaglöcher. als reminder…you are in russia ![]()
und viele insekten. im ca. 30 sekunden takt wird man getroffen.
riesige teile der wälder sind hier halb abgebrannt. aber ist ja gut für die natur.
die bullet braucht nun ca 3.2 liter/100 km. jede kerbe der düsennadel entspricht ziemlich genau 0.5 liter. erstaunlich.
vor chita haben wir den christian aus dessau kennen gelernt. wir waren uns gleich sympathisch. er fährt auch eine rohloff 14-gang nabe und komplett ungefedert. fährt gerade von WW nach irkutsk. mit seinem rad welches rasputin heisst. (wie war das lied von boney m. russians greatest love machine
)
das rad wiegt knapp 20 kilo. dazu kommen noch 55 kilo gepäckt. also total ca 75 kg. ich konnte rasputin wirklich kaum heben.respekt. christian schwärmt von russland. und hat schon viele ecken dieser welt befahren. und hinten hängt immer eine sonnenblume. die seiner theorie nach ihm im rauen strassenverkehr hilft. die theorie ist wirklich interessant, würde aber den text hier sprengen. ![]()
bei der verabschiedung meinte ich er solle doch mal island mit dem rad erkunden. doch da war er schon :;)
bei der zeltplatzsuche bekommen wir wir mittlerweile ein gespür für moskito-frei ecken. die letzten nächte hatten wir kaum moskitos…. dafür aber mal grashüpfer (die beissen hier auch) und ameisen. die beissen sogar da wo es richtig weh gut
aber auch das bekommen wir in den griff.
vor chita haben wir an einer “autoreparatur werkstatt” halt gemacht um meinen kettenschutz und andys gepäckträger zu schweissen.
die 2 arbeiter dort haben sofort alles liegen gelassen und sich um uns gekümmert. dem einen zeigte ich mein verbeulten und gerissenen kettenschutz und wollte nur fragen ob er das hinbekommt und er nahm es in die hand und fing sofort an zu dengeln. an allen möglichen improvisieren stellen: schraubstock, betonboden, anhängerkupplung und abschleppöse eines lkw. hat er recht gut hinbekommen und geschweisst (besser gesagt gebraten) auch. meist ohne schutzbrille, im t-shirt und sandalen.
dem andy wurde auch sein gepäckträger gebruzzelt und mehrfach geflext. bischer hält es. mein kettenschutz sieht nun eher rustikal aus
die landschaft vor und nach chita wechselt ständig. vor chita viele exakt runde seen gesehen. evtl krater?
landschaften wechseln von mongolisch ähnlicher hochsteppe, schwarzwald, mischwälder, birkenwälder, kieferwälder, endlosweite naturwiesen, flache hügel und schroffe bergflanken. (wieder mal ideal zum drachenfliegen
)
hinter chita liess die cafe, produkti (so heissen die tante emma läden) und tankstellen dichte rapide nach. waren es vorher so alle 15 bis 20 km, so kann man jetzt eine null dran hängen. und prompt wurde unser benzin knapp. bei der überlegung ob wir 30 km zurückfahren oder in ein kaff abseits der M55 fragte ich einen geländewagenfahrer mit anhänger am strassenrand. er erklärte mir die nächste tanke sei 250 km weiter. aber er hätte ja etliche kanister sprit dabei, die er uns zu einem guten preis verkauft hat.
mit vollen tanks gings dann weiter
die bullets und mz fallen hier wirklich positiv auf. mind. jeder 2. hupt oder winkt. vor allem die strassenarbeiter sind immer sehr angetan von unserem erscheinen. und wenn man mal anhält wird man, wie immer, zugelabert… obwohl wir ja sagen wir verstehen nix. juckt die gar nicht. und stellen fragen über fragen
egal ob wir antworten oder nicht. nett sind die russen fast immer. wenn auch manchmal arg betrunken oder nervig. die meinen es nur gut mit uns.
auf den schotterpassagen hier fühlt man sich auf der bullet so richtig unbesiegbar. man gleiten (oder rüttelt) mit 60-80 über die piste, hinter einem staub und die sonne. vor einem endlos schotter und der eigene schatten
bäume ziehen links und rechts vorbei. und die arbeiter am rand freuen sich wenn die bullets ballern *g