die landschaft vor krasnojarsk wurde richtig hügelig, fast schon gebirgig. hier stehen sogar ski sprungschanzen am berg. ist ja auch lang genug im winter kalt hier
in krasnojarsk hatten wir einen kontakt vika. sie sollte uns die stadt zeigen und unterkunft besorgen. in der stadtmitte am clocktower getroffen. erster vorschlag war das zentrale haupthotel. die wollten 120 euro pro person. dann hat sie rumtelefoniert und wir sollten mit ihr zu einem vermietungsagenten fahren. da ihr auto aber woanders geparkt war und wir den weg nicht kannten, enschloss sich vika hinten auf der bullet mitzufahren. sie meinte es war ihre erste und wohl auch letzte motorrad fahrt ![]()
endlich am vermittler angekommen (im 4 stock eines plattenbaus, selbst die einzelnen stockwerke hatten dicke stahltüren) war dann irgendwie alles komplizierter als gedacht und wollten geld im voraus. dann die bettwäsche bekommen und dann gings wieder durch die stadt zu dem 3 zimmer apartment. Andy wurde schon leicht ungeduldig, weil in der ganzen zeit hätten wir schon längst das cool tipi irgendwo aufgebaut.
immerhin war das apartment gut und mit 50 euro noch günstig. ein nachbar meinte gleich die motorräder können nicht unbeaufsichtigt stehen bleiben. die wäre morgen weg, daher führte er uns zu einem enclosed parking. schon nett wie sich unbeteiligte um uns und unser hab und gut kümmern. bis wir dann schliesslich geduscht waren wurde es draussen schon langsam dunkel.
vika wollte uns entweder die stadt zeigen und was essen gehen, oder zu einer geburtstagsparty von freunden mitnehmen. wir entschieden uns für letzteres, da sie auch sagte die wären alle unser alter, allerdings hätten alle übersinnliche fähigkeiten/ 6.sinn aber wir sollten uns davon nicht stören lassen…
die personen dort waren schliesslich alle über ca. 60
bekamen gleich essen und selbstgemachten kirschwein serviert.
dann wurden wir alle energie-schwingungstechnisch untersucht und bekamen einige lebensweisheiten mit auf dem weg. vieles stimmte sogar
am nächsten morgen noch zum china market 3 moskito hüte gekauft, ne stunde im stadtverkehr gesteckt und dann weiter richtung irkutsk
bei novosibirsk etwa habe ich die nadel meines vergasers etwas tiefer gehängt. hatte ja immer das gefühl sie läuft zu fett. davor hatte ich ja immer ca 3.8 liter verbrauch.
ich war überrascht, dass 2 nadel-stufen tiefer meine bullet nur noch 2.8 liter/100 km verbraucht hat. allerdings an heissen langen bergauffahrten merkte ich leichten leistungsverlust und ab und an auch minimales klingeln vom motor. hab nun die nadel auf stufe 4 und denke der verbraucht sollte sich bei 3.3 liter einpendeln. bin mal gespannt.
was ich kürzlich noch über die guten strassen in russland gesagt habe nehme ich jetzt alles wieder zurück!
in kansk haben die zwar genug geld für ein MIG jet geschwader, aber nicht für strassen, geschweige denn eine gescheite ortsumgehung. wir waren es ja gewohnt, dass die ortsumgehungen sehr grossräumig verlaufen, aber in kansk war der hammer. die umleitung wurde einfach zum schlechten waldweg. und das über 20 km. und danach bis Uk bestand die strasse aus schotter, baustelle, matsch, umleitung, usw. zwischendrin immer wieder mal 5 km beste strasse, dann plötzlich nur schlechter schotter.
unglaublich. dem moritz hats ein teil des rücklichts abvibriert, bei mir sind beide gabelsimmeringe am ölen, andy hat einen riss am gepäckträger, bei mir fängts auch schon an, sowie ein kl riss am kettenschutz.
wenn dann noch lkw verkehr dazu kommt wirds wirklich gemein. sand überall, in den zähnen in der kamera, augen, nase, ohren, klamotten, visier von innen verstaubt, kaum sicht, meist weniger als ein lkw lang ist, wenn man dann überholt kann man nur erahnen wo das nächste schlagloch wartet, dazu kommt noch gegenverkehr und ausscherende/ausweichende lkws…. ein traum
überholt wird wo es nur geht.
der verkehr ist ne mischung aus indischem und frankfurter innenstadtverkehr bei der fussball WM.
ich glaub die russen bauen manche strassen folgendermassen:
mit kettensäge wird eine schneise in den wald geschlagen. dann fährt 2 mal ein panzer drüber, der rest fährt sich von den lkws fest und glatt. manche “bodenwellen” oder schläglöcher sind so tief, dass ich manchmal das nummernschild vom vorausfahrenden moritz nicht mehr sehen kann…
die freundlichkeit der bedienungen in restaurants, cafes und märkten lässt oft zu wünschen übrig. die mussten sowas ja auch früher nicht lernen ![]()
wollte zb letztlich ne flasche bier kaufen für 65 rubel. zahlte mit 100, aber sie wollte es passend. hatte es wirklich nicht passend, da meinte sie niet und nahm das bier halt wieder zurück. ohne auch nur zu versuchen das geld zu wechseln.
man muss aber auch sagen das einige sich hier wirklich mühe geben und extrem nett sind.
unsere russisch kenntnisse werden immer besser. ich kann schon die ortsnamen und strassenschilder im vorbeifahren entziffern. die meisten vegetarische gerichte kann ich auch schon auswendig.
ab Uk wurde die strasse wieder gut. landschaft bis irkutsk sehr schön.
dort 2 tage im baikal hostel übernachtet. dort den peter, ein wiener, getroffen. da er viel reist und oft schon in indien war, kannte er gleich unsere bullets. peter hat mir noch einen minischlafsack geschenkt. er hatte einen übrig. und da meiner meist zu warm ist, und wenn ich den offen lasse die ganzen moskitos reinkrabbeln und mir das leben schwer machen war ich sehr dankbar.
haben uns dort etwas um die bullets gekümmert. fast einen tag damit verbracht ne neue batterie für andys bullet zu kaufen. sie war trocken und lieferte unter last nur noch 5 volt. auch probiert seinen leerlauf in den griff zu bekommen. der geht ja, wiegesagt, oft nicht runter. haben vergaser und zündung getauscht, half beides nicht. seltsam….
hab noch wäsche waschen lassen. kostet allerdings 2.50 euro pro kilo, also nur das wichtigste
leider wiegen die die wäsche vor dem waschen. danach wäre sie bestimmt deutlich leichter
zuhause angekommen hatte die neue batterie nur 10 volt. ärgerlich. haben das notebooknetzteil etwas modifiziert, und damit die batterie mal nachgeladen. scheint so als ginge es jetzt.
dann gings auf die schamanen insel olschon. ich konnte meinen augen kaum trauen wie schön die gegend nordöstlich von irkutsk war. paradiesische steppenlandschaften. wilde pferde, weite ohne ende, gute strasse mit wenig verkehr. hügelig, etwas kurvig und einfach perfekt. die bullets ziehen hier jeden berg hoch, die mz muss oft zurückschalten. will hier gar nicht mehr weg. weiter gings zur fähre.
die letzten 30 km sind weitestgehend übler schotter, mit wellblech, was noch bei 80 alles durchvibriert. man konnte aber 100 meter neben der strasse fahren auf teils single trails, die sehr glatt waren, das ging dann, wenn man auch aufpassen muss keine welle zu übersehen oder die kurve zu verpassen.
bei der fähre gleich vorgedrängelt und waren überrascht. sie ist umsonst
auf olschon angekommen und die landschaft wurde noch besser. ne mischung aus schottland, borkum, südafrikanischer steppe und norwegen. kenne irgendwie keine landschaft die mit besser gefällt. würde am liebsten hier bleiben. was will ich denn in wladi wosktok?
im einzigen ort hier auf der insel in ein holzhaus eingemietet. den peter wieder getroffen. dann noch ein paar spanier, jemand aus hanau, kevin aus kanada, noch eine österreicherin und viele bier später hatte ich mühe im stockdunklem unser gasthaus wieder zu finden. gibt hier keine strassenlichter und musste mich tatsächlich nach den sternen orientieren. die meisten hier nächtigen im nikita. ein komplex aus kleinen hütten, wo sich alle hippies etc treffen. ganz nett aber wir sind dann nach norden gefahren und haben unser zelt auf einer anhöhe an einer bucht aufgebaut. beste sicht, windgeschützt, keine moskitos, feuerholz, kaltes trinkbares baikalwasser. bestes wetter.
die berge hier sehen sehr drachen und gleitschirm tauglich aus. viele klippen und hügel. viel platz zum soaren. die klippen gegenüber der insel wo wir grad zelten sehen aus die die kreide klippen von dover. da ist eine bestimmt 100 km fliegbare kante.
gibt sogar einen kleinen flugplatz auf der insel.
will hier bleiben
meine tankdeckeldichtung ist vor altersschwäche kürzlich eingerissen. so dass bei den holprigen strassen hier und vollem tank immer benzin raussabbert. sieht lecker aus, das gemisch von sand, staub, toten fliegen und benzin auf dem tank. habs vorhin geklebt. sollte helfen.
ganz nach norden auf der insel haben wir es noch nicht geschafft. ein teilstück (200 meter) ist tiefer feiner sand. mit gepäck haben wir uns da festgefahren.
vielleicht probieren wir es heute ohne gepäch nohcmal…
hier sind wenige menschen. baikalsee und umland werde ich sicherlich nochmal besuchen.
wer will mit?
IIIICH! bin am Start!! Fiegen bei den netten Russen! Geil! Wir können ja hinfliegen! Wenn da der Sprit so günstig ist
Hach, das klingt ja echt schön und verlockend. Baikalsee ist wohl echt seeehr schön….
Übrigens – über den Vergleich mit dem Frankfurter Innenstadtverkehr bei Fußball WM hab ich sehr gelacht… warum nur… aber wenn keiner hysterisch wurde, war’s ja gut
LG
Komisch, dass meine Kommentare immer verschwinden
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