9500 km später bei Toronto

leider klappt das mit meinen bildern hochladen noch nciht…
aber ihr könnt ja beim andy schauen unter www.thewrongwayround.de.vu

weiter ging es an thunder bay vorbei. der ort machte seinem namen alle ehre. der schlimmste regen den wir bisher hatten. nach einer stunde und ordentlich feucht nahmen wir uns ein motel. dort erfuhren wir dann, dass es immense sturm und hagelschäden in thunder bay gegeben hatte. im prinzip hatten wir glück im unglück.

am nächsten morgen wieder blauer himmel. die landschaft und strasse an den seen und des lake superior entlang sind traumhaft. bis zum ersten rastplatz. an sich nur zum fotos machen und was trinken, doch dann sah ich andis hinterrad. wieder grad am platt werden.
sein dritter platten. aber da hatten wir ja mittlerweile etwas routine. schnell war der schlauch getauscht, aber die luftpumpte zickte etwas und der reifen wollte nicht so richtig… dann hielt ein autofahrer an und fragte ob wir seinen kompressor nutzen möchten. es waren quebecker ;)

hab ich schon erwähnt, dass der canadier sein ausgedienten fuhrpark immer gerne in den frisch gemähten vorgarten stellt. damit der vorbeiziehender verkeher das alles bewundern kann ;)
wenn der canadier etwas verkaufen will, sei es motorrad, boot, auto, schrank, spiegel usw, stellt er es auch in den vorgarten mit einem for sale schild dran.

weiter ging es den seen entlang nach wawa. dort einen zeltplatz aufgesucht auf dem es nur so von pilzen gewimmelt hat. steinpilze (leider alle überreif) sowie grell gelbe und teilweise weisse… sahen etwas wie knollenblätte pilze aus.
ich hatte noch ein paar grapples. ein kreuzung zwischen apple und grape. sieht aus wie ien normaler apfel, schmeckt aber nach traube. sehr seltsam. aber besser als giftige pilze.

ich hatte wieder lust auf mein mückendichtes zelt. es kamen schon die ersten raus und es gab viel stehendes gewässer.
eine gute entscheidung. andi und moritz haben irgendwann aus verzweifelung ihr tipi flachgelegt und sind drauf rumgerollt (von aussen) um die mückenplage innen zu zerquetschen. half aber nur bedingt. sie meinten es wären dort aufeinmal so viele aufgetuahct, dass man gar nicht mehr atmen konnte.
ich hatte da mehr glück. konnte nachte sternenschuppen sehen und satelliten vorbeiziehen. sogar blitzende (von den solarzellen die die sonne spiegeln)

die landschaft immer noch skandinavisch und moränen lastig ging es nach thessalon. dort im lake huron gebadet. wasser warm und flach. selbst 200 m vom ufer weg ging es kaum bis zum bauchnabel. hier könnte ich auch als jesus übers wasser laufen.
es gibt hier unheimlich viele häuser und ehemalige motels zum verkaufen. die gegned hat wohl schon bessere zeiten erlebt

bisher konnte keiner die mz vom moritz zuordnen. beste verfehlungen waren norton und ducati… ok, rot ist sie ;)
erstaunt sind immer alle, dass wir mit solch alten bikes um die welt fahren und von indien nach hause, dann russland etc.
alles halb so wild erzählen wir denen. aber das weiss ich auch erst nachdem ich es gemacht habe.

in thessalon habe ich das halbglied aus meiner kette entfernt. sie hat sich nach gut 8000 km weit genug gelängt um ohne dieses bauteil auszukommen. das war auch gut, denn der stift des halbgliedes war schon halb durchgescheuert. jetzt klingt sie viel besser.

hier gibt es viele pferdekutschen. scheinen amish zu sein. schickes outfit ;)

es ging über manitoulin island weiter zur fähre nach tobermory. die landschaft wird immer englischer. viele eichen, verstreute kl. wälder, wiesen und hecken. sowie die häuser. hier wird wieder aus echtem stein gebaut. typisch englische rote backsteinhäuser.

die fähre geht knapp 2 stunden. auf der fähre waren viele biker. in der nähe war grad eine rally. dort kamen wir auch mit wayne ins gespräch. er fand unsere bullets cooler als jeder harley dort, und das obwohl er selbst eine hat. vor allem was wir mit denen machen. er und seine frau schenkten uns dann ganz überraschen ein paar kleinigkeiten ;) was sie wohl grad im souvenirladen für uns gekauft hatten. das war uns fast schon peinlich. dann kam raus, er hat eine kleine harley werkstatt bei toronto und er würde uns bei dem verpacken der bikes helfen.
denn zwischenzeitlich sagte uns unser spediteur, die bikes müssen auf gabelstaplertauglichen holzkisten verpackt werden… wenn wir keine hätten, kosten diese nur 650 doller das stück. grrrrrrrrrrrrrr
wayne sagte kein problem, er würde was organisieren und wir tauschten tel nummern aus.

auf der fähre ist das rausfahren der mind. 25 bikes ein richtiges spektakel. allein die geräuschkulisse. wartende passagiere machten sogar fotos??!!

in tobermory angekommen staunten wir nicht schlecht über die campingpreise. erst der dritte war normalpreisig. und recht finster… teils in einem dunklen dichten wald gelegen in dem hier und da holzhütten standen. dazwischen zelte. irgendwie eerieee ;)
gut kulisse für einen horrorfilm stellenweise.

am sonntag trudelten wir dann in mississauga ein, nahe am flugplatz bei toronto. dank gregs vergünstigungen haben wir uns in ein marriot hotel eingemietet. mal eine nette abwechslung zu den ganzen motels bisher.

montags mit wayne telefoniert. er hätte schon 3 harley “transportkisten” besorgt, die aus einer auffahrplatte bestehen mit 2 U-halter. für 25 dollar das stcük.:)
er erstmal sind wir zu den niagara fällen gefahren.
WOW.
man kennt es ja von bildern, aber in echt ist es ganz anders. und voller leute. und hotels und casinos und alles was touris so brauchen. parken für autos kosten 20 dollar.
fast den gleichen aufmarsch wie in las vegas.
das gedonner der fälle (es sind 2) ist gigantisch. und der ausblick von canada auch. haben dort in brüllender hitze und knallender sonne 2 stunden verbracht.
wirklich sehenswert.

zurück fing andis kette fiese geräusche zu machen. vermutlich das halbglied oder eine hülse defekt. vor allem beim anfahren unter last. ich habe daher den moritz hinten mitgenommen. wir waren ja nur mit 2 bullets unterwegs.

dienstag (heute) sind wir dann zum wayne…. kisten bauen….

davon später mehr. ;) ))

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Kanada 3

dann gings weiter durch die prärie auf der route 13 nach weyburn. die landschaft wurde flache und baumlos. die ranches eher trostlos und ungepflegt.

in usa wie auch kanada stellt man sein altes auto in den vorgarten, gut sichtbar zur strasse hin. wird nicht wie bei uns in zahlung gegeben oder beim schrottplatz verwertet.
der pickup oder cadillac wird einfach auf den rasen zwischen haus und strasse gestellt. meist stehen da dann mehrere autos im unterschiedlichem verrostungszustand.
so kann man sehen welche autos der farmer (oder auch traktoren) in den letzten 60 jahren hatte. warum die das machen? hatte noch nicht die gelegenheit zu fragen. vermutlich sagen die dem AAA oder CAA (wie ADAC bei uns) wenn das auto kaputt ist nicht wie zu erwarten: schleppen sie mich in die nächste werkstatt…. hier sagt man schleppen sie mein auto in mein vorgarten. da steht es dann …. für uns, um geschichten darüber zu schreiben :)

es gibt hier orte die heissen pangman, limerick oder cadillac…

in lafleche ging wir in einen chinesen. von aussen schrottig, innen noch schrottiger. wieder eine chinesin die kaum english konnte. alles im laden sah extrem verbraucht aus und mind 30 jahre alt. und seit dem nichts gemacht. ich bestellte omlette und andi und moritz burger. ich grinste schon uns sagte hier werden wir bestimmt alle krank…
andi nickte.
dann entdeckte ich einen zeitungs ausschnitt an der wand, eingerahmt. darauf steht wie sehr jemand aus las vegas den “johnny burger” (so hiess wohl ihr eheman, der auch zahnlos war) sehr gelobt hat und beschrieb es wäre sein bester burger gewesen, und er kenne viele burger läden.
naja. das liess ja etwas hoffen. und tatsächlich. das essen war excellent, günstig und reichlich. krank wurde auch keiner.
Thumbs up…. wenn ihr mal in lafleche seid….

wetter ist heiss und oft blauer himmel. die strassen sind so gerade, dass sie sich meist am horizont zu fata morganas auflösen und spiegeln wie wasser.
in weyburn war der erste campingplatz geschlossen wegen vorheriger überflutung. der 2. war etwas ausserhalb und nicht ganz einfach zu finden.
überhaupt sind hier ganze landstriche immer noch überschwemmt. oft schauen nur die zaunpfosten raus. und viele heuballen sind in seen gestapelt. absicht war das bestimmt nicht. scheint nur langsam abzufliessen das wasser hier im flachen land.

tags drauf weiter auf der route 13…. die in manitoba zur 2 wird. hier wird die landschaft langsam wieder etwas schöner. zumindest gibt es wieder bäume. keine ahnung was aus denen in sasketchewan geworden sind. wieder schön heiss. hier sind die ranches deutlich gepflegter. und alle haben einen riesigen rasen, schön getrimmt und dicht. ist hier wohl sowas wie aus status symbol…. sollte hier mal ein paar maulwürfe aussetzen *fg
viele häuser sehen sehr schick aus. und alles aus holz. bis man mal näher ran geht. das ist doch tatsächlich alles imitat. und das obwohl die doch genug holz hier haben?!
entweder blech oder plastik holz imitat, das ganz fiese ist dann backstein oder holzimitat aus dachpappe. wie dämlich. unisolierte blechhäuser die wie holz aussehen. kein wunder, dass die im sommer klimaanlage brauchen und was die bei minus 40 grad im winter machen will ich gar nicht wissen.

abends den zeltplatz in wawanesa gesucht und schnell gefunden. auch überflutet. mir wurde der weg erklärt zur pferderennbahn wo ein paar eichen stehen. da können wir ruhig zelten in dem verschlafenem kaff. wundere mich wofür die ne rennbahn haben. die cobbles haben auch schon bessere zeiten gesehen.

es war heiss. und abend zudem noch schwül. mind. 100% gesättigte luftfeuchtigkeit. und 100% gesättigte mückendichte. vor allem in den büschen ;)

abends in den whippoorwill restaurant gegangen. von aussen hui, innen sogar halbwegs stilvoll. (für kanada sehr stilvoll)
der koch bedient selbst. seine eltern aus der schweiz, und er ist auch regelmässig dort. dass er kochen konnte sah man an der karte und seinen hosen. ich traute mich an eine pizza, andi und moritz sind ja die burgertester. essen sogar besser als in lafleche. dazu gutes bier. und perfekte strawberry margaritas. (und ich kann das beurteilen ;) )
danach noch überredet aus einem 2 liter stiefel zu trinken. war ja klar bei wem der stiefel spuckte… :)
der wirt erzählte noch viel über land und leute. und meckerte über die menschen aus quebec….
und die bäcker aus kanada die alle nicht backen konnten. damit hatte er sogar recht. er backe deswegen brot selbst und schenkte uns ein laib. das brot war der hammer. 2 scheiben und satt. kein kaugummi brot.
wawanesa ist ein geheimtipp.

es ging weiter richtung ontario südlich an winnipeg vorbei.
hier habe ich etwas gesehen, was ich immer für ein fake foto hielt. gab mal ein bild im internet wo ein rabe oder amsel auf einem bussard sitzt und “mitfliegt”…. die machen das hier wirklich. mehrmals gesehen. während die raben die bussarde angreifen und nerven, fliegen die oft so an, um auf dem rücken des bussard zu landen und hacken dem dann in den nacken. so ne gute sekunde sitzt der dabei auf dem bussard.

hier wird viel öl gefördert. stehen viele ölföderanlagn rum wie von den ewings in dallas.
am strassengraben 2 expander gefunden. dachte die nehme ich mit. sowas braucht man immer. ne stunde später ist der halter meiner cowhorn gebrochen. ahja, dafür war der expander gut :)
dem andi ist auch sein rücklicht fast abgefallen.

gibt auch viele raps felder. brauchen die amis ja auch für ihr E10 benzin gepansche. die bullets laufen übrigens recht gut damit.

bald waren wir in ontario. hier gibs schilder die besagen, dass aus dosen essen 500 euro strafe kostet. (lade ich noch hoch)

mz hatte wieder etwas startschwiirigkeiten. lag wieder an den kontakten und wurde schnell behoben.
bei meiner bullet wurde das ventilspiel, wenn heissgelaufen, zu klein. haben wir im wald auch schnell behoben.

die temp sind hier ca 35 grad. perfektes tshirt wetter :)

dann in kenora ein motel gesucht. dachten wir zahlen etwas mehr, bekommen dafür etwas mehr. leider das gegenteil. schon krass wie die hier bauen. alles aus plastik zusammengeklebt und vernietet.

kenora ist eine schöne gewachsene stadt. danach wurde die strasse wieder richtig kurvig und nett. wenig verkehr, viele runde felsen und seen. so stellte ich mir kanada vor, allerdings mit etwas höhreren hügeln. sieht hier genau so aus wie in schweden oder norwegen. mit gletscher runden moosbewachsenen steinen und seen. sogar die gleichen bäume, und mouses gibts auch (elche glaub ich)
ein ort heisst finnland.

auch hier mögen die menschen die quebecker nicht. die sind ähnglich gehasst wie die … ähmm. ossis?
schade, dass wir dort nicht mehr hinkommen.

an einem kleinen see bei einer rast eine kleine reuse gefunden mit vielen kleinen fischen und einen flusskrebs, der gedanke, dass sie in wenigen tagen am haken hängen war mir doch zu ungerecht. sie wurden freigelassen und haben nun eine 2. chance ;)

leute hassen quebecker
beim rast am see eine kl reuse entdeckt voller kleine fische. habe sie alle freigelassen, der gedanke sie in wenigen stunden am haken zu sehen war mir doch zu ungerecht. jetzt haben sie ne 2. chance ;)

kurz vor atikokan auf gut glück zu einer lodge gefahren, ohne zu wissen wie lodges in kanda sind oder was sie kosten.
die lodges bzw cabins waren wieder aus blech und geschmacklos. und über 140 dollar…. aber wir durften deutlich günstiger zelten, direkt am see. hier sind grad gar keine gäste. ultra ruhig. perfekter see mit grossem steg, fast wie ein pier. gefiel uns so gut, und da wir merkten, dass wir nur noch 1600 km nach toronto haben, beschlossen wir noch eine nacht zu verlängern. perfektes wetter zum abhängen. und es gibt mal internet.( was wieder mal auf meinem alten toshiba notebook nicht geht)
hier könnte ich auch noch 3 weitere tage bleiben. sowas von entspannt.
da es hier nach mücken aussah und ich mal mückenfreie nächte ausprobieren wollte (das tipi ist leider nicht immer ameisen und mückendicht, wenn auch trotzdem legendär cool) habe ich das zelt aufgebaut, welches mir zugelaufen ist ;)

nur das innenzelt aufgestellt und gefällt mir sehr. sternenhimmel offen über einem, mücken haben keine chance, glühwürmchen blinken drassen rum, der mond spiegelt im see, und so konnte ich mal erleben und sehen was hier alles nachts rumläuft und fliegt. da ist mehr los als tagsüber, wildkatzen, bieberähnliches getier, lautlose gleiter (vermutlich eulen) … unglaublich. und ich dachte hier auf der lodge wo wir zelten wird gejagt. gut scheinen die jäger ja nicht zu sein…. ;)

hatte zeit mich um den flug von toronto nach jfk zu kümmern. leider war der mittlerweile über 350 euro teuer. aus spass kam ich auf die idee einen flug direkt von toronto nach ffm zu suchen, und den gabs für 20 euro günstiger und zur perfekten zeit :)

so weit so gut, aber in toronto sind wir noch nicht…..

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Kanada 2

da wir nun einen tag “leerlauf” in mcbride hatte, wegen dem regenwetter…. ungelogen 48 stunden dauerregen hatten wir zeit die stadt zu erkunden.

ich hab mit stefan jedes einzelne ladengeschäft der “stadt” ausgiebig erkundet. gab immerhin ca 15 geschäfte. man bekommt schnell kontakt zu den einwohnern. die sagten uns auch, dass es noch nie so einen verregneten sommer gegeben hätte in kanada. die meisten ladengeschäfte waren von aussen unter aller sau. verschimmeltes holz oder aufgeklebte backstein imitat dachpappe die sich langsam löste. dafür haben die sich viel mühe mit der inneneinrichtung gemacht. meist waren es mischungen aus antik (müll) und tante emma läden. man bekommt irgendwie doch alles in dem kleinen ort. noch einen sehr netten radio und haushaltstechniker getroffen, der über sein leid klagte, dass von 3 sägewerke 2 dicht gemacht haben, und nur noch wegwerf elektro artikel gebaut werden.
er fing an mir ein angebot für seinen laden zu machen… ich konnte grad noch ablehnen. meinte ich müsse meine bullet erst nach deutschland bringen.
abends hab ich dann mit stefan kreativ eierkochen vorm motel betrieben. und im liquor shop (alkohol kann man nicht wie bei uns im aldi kaufffen sondern nur in amtlich anerkannten liquor stores) dort gab es sogar deutschen wein, ausnahmslos aus rheinhessen. liebfraumilch natürlich ;) wir entschieden uns für den bigpack canadian beer

am nächsten morgen war der regen nur noch mittelleicht, und (wenige minuten) vor abfahrt erfuhren wir beiläufig, dass die strasse nach prince george letzte nacht weggewaschen wurde. und zwar so, dass sie unpassierbar sei. ich hab zur sicherheit bei der tanke nachgefragt, und dort hat ein feuerwehrmann, der vor ort war mir das bestätigt. umleitung gibts keine. dort oben in canada gibts nur 2 strassen richtung yukon. und die andere wäre ca 800 km umweg gewesen, wenn nicht mehr.
und da wir auch noch rausgefunden hatten, dass das wetter im norden nicht unbedingt besser ist, aber im südden schon, entschlossen wir uns die route 5 nach süden richtung kamloops zu fahren.
und siehe da, nach 2 stunden leichten niesel wurde es sonnig, dann noch richtig warm.
in der gegend nördlich von kamloops muss es vor einiger zeit richtig gebrannt haben. das ganze tal so weit das auge sehen konnte war abgebrannt. alle bäume entweder schwarz oder lagen flach.
da erinnerte ich mich an den ken von toad rock. er war mal firefighter und berichtete wie eine ausgewachsende tanne oder kiefer in 3 sekunden von unten bis zur spitze abfackelt, wenn der wald richtig knackig trocken ist und brennt.

kurz hinter kamloops haben wir einer gestrandeten harley fahrerin geholfen ihren abgefallen schalthebel wieder zu montieren. mit einem improvisiertem 1/4″ inbus.

gezelten haben wir in monte lake an der route 97. traumhafte strasse. landschaft ein mischung aus odenwald und schwarzwald. nur die häuser sind nicht so hübsch wie die deutschen fachwerkhäuser oder höfe. der zeltplatz von monte lake war nett. und kostenlos, da der besitzer es nicht für nötig hielt vorbeizushcauen….
aber viele naturwiesen. wie in sibieren. mit unzählig vielen wilden bunten blumen

da unsere planung nach yukon territory buchstäblich ins wasser gefallen ist und weggewaschen wurde und wir früher oder später richtung osten wollten… war die auswahl an strassen überschaubar. wir sind ja in kanada. wo es tage lange oft keine handy netz gibt.
wir beschlossen dann spontan wieder bei der mary in toad rock vorbeizusehen….
die route 97 und folgend die route 6 empfand ich als die bike tauglichste die wir bisher befahren sind,. sanft hügelig und sehr kurvig, alles im bullet tempo gut ausreizbar und mehr als einmal funkte mein fahrwerk auf der strasse :P

ich hab mit dem stefan noch einen offroad abstecher gemacht. steil und matschig. für die vollbeladenen bikes eher eine tortur. für mich allerdings auch.
abends bei der mary eingefallen, ich hab beim reinfahren meine cowhorn brüllen lassen. kurz darauf kam mary, freute sich total uns zu sehen, und meinte das geräusch kenne sie doch noch.

wir beschlossen 2 nächte zu bleiben. die mz vom moritz hatte arge startschwierigkeiten. vermutlich elektrik. das wollten wir in alle ruhe reparieren, und in die ainsworth hot springs wollte ich auch unbedingt nochmal.
dorthin dummerweise mit badesachen, shirt und sandalen gefahren. jedesmal wenn man an einem creek vorbeifahrt, kommt ein dermassen kalter schwall luft einem entgegen, …. brrrr.

nachts hat eine krähe unser ganzes essen geklaut. von wegen bären tun das. die wirkliche gefahr sind die krähen ;)

noch einen deutschen aus HH mit seiner BMW kennengelernt. er hatte ein paar gute tipps. auch mit der verschiffung aus toronto. da werden wir mal nachfragen, direkt bei saco.de. könnte deutlich günstiger sein.

das problem der mz waren letztendlich nur die kontakte. mit mary und die anderen biker haben wir den abend noch lange geredet und getrunken. dort, in der “open bar” nimmt sich jeder bier wie er mag und schmeisst einen angemessenen betrag in einen topf. mary sagt das erspare arbeit. ;)
mary hat uns noch patches ans bike geklebt. wir haben unsere “ersatz” nummernschilder bei ihr in die bar gehängt. noch einen gutschein geschenkt bekommen für ein dekadentes frühstück im balfour golf club (war wirklich nett)…

leider hat sich stefan entschlossen nicht weiter nach osten zu fahren. zum einen will er ja über mexico nach südamerika, und da ist osten nicht der richtige weg, zudem wollte er wohl nicht mehr soviel zweitakt dunst der mz inhalieren ;) vielleicht war ihm auch das mz tempo bergauf etwas zu langsam. auf der geraden schafft die mz annähernd bullet tempo, was ganz angenehm ist, aber sobald es leicht bergauf geht und noch gegenwind aufkommt haben die 11 ps arg zu schaffen und dann gingen oft nur noch 40 bis 50… was auf strassen bei denen das doppelte erlaubt ist, schon etwas nerven kann mit dem rückstau. und manch pickup fahrer ist dann leicht genervt und würde uns von liebsten von der strasse schubsen, aber bei den bullets trauen die sich das besser nicht ;)
jedenfalls half kein überreden. stefan bleibt noch ein paar tage im toad rock und wird sich dann nach süden kämpfen. der link zu seinem blog ist in der rechten leiste.

nachdem frühstück haben wir uns leider vom stefan verabschiedet. ich werde seine reise verfolgen und hoffe er kommt dort an…. wohin seine reise ihn führt :)

in balfour gibt es die längste kostenlose fähre der welt. geht 35 min. es fing an zu tröpseln. aber auf der anderen see seite war das wetter perfekt. die strasse auch. seltsamerweise aufeinmal viele schöne kleine häuser. jede mit angebauter terasse, eine grösser als die andere. wieder schöne landschaften. dieses mal etwas schroffer. eher wie südfrankreich. mit vielen vielen flüssen.
dann gings tanken. an sich mittlerweile nichts neues. aber der sprit kostete 1.80. sonst waren preise um 1.20 normal….. seltsam.
da ich aber tanken musste hatte ich keine wahl. ich tankte aber nur für 10 dollar. andreas tankte voll. es war ihm völlig unverständlich, dass ich nicht volltankte. ich glaub ihc verdiene zuwenig geld. muss mal nach einer gehaltserhöhung fragen… dringend ;)

ich fragte den tankwart warum das benzin hier so teuer sei. dann kam seine antwort…. ich war mehr als dumbfounded…. er sagte, er hätte eine freie tankstelle und ist selbständig. da das geschäft schlecht lief und er nicht für 5 dollar die stunde arbeiten wolle, müsste er eben den spritpreis erhöhen….
hä??? wie lange soll das denn gut gehen?
mit der einstellung hätte er politiker werden sollen und nicht selbstständig. in der politik kommt man mit sowas durch, nicht in der “freien” marktwirtschaft.
noch verwunderlicher, dass nach 3 km 2 weitere tanken kamen mit preisen unter 1.30.
f**k

die hauptverkehrstrassen in den USA sind für mz einfach nicht geeignet, für bullets nur bedingt. uns fehlen ca 20 kmh. und die kanadier können nicht überholen. da kann die strasse 2 km frei sein und gut überschaubar. sie überholen nicht. glaub die übung gibt es hier nicht in der fahrschule. die fahren stupide brav hinterher. bzw nicht immer brav, aber zumindest hinterher.

jetzt werden wir wieder mehr backroads fahren. ist spannender.

bei sparwood durch ein riesiges kohle abbaugebiet gefahren. die strasse zu verlassen ist verboten, zu gross die einsturzgefahr überall. so zumindest auf den schildern. die gegend muss wohl total unterhöhlt sein.

die landschaftt änderte sich schlagartig nach dem crowsnest pass. von schroffen bergen zu einer hügeligen weiten prärie landschaft. gefällt mir fast besser. mehr weitsicht und überblick.

heute in pincher creek gelandet. stundenland parallel zu einer riesenwolke gefahren. und zeitgleich mit dem regen im motel eingecheckt :) perfektes timing.
nach dem kurzen und heftigem gewitter noch stundenlang wetterleuchten am himmel gesehen.
wollten dort erst in ein super8 motel. aber die wollten 120 doller plus tax. die freundliche rezeptionistin sagte uns aber wo die günstigen motels waren. drauen bin ich dann beim aufsteigen der bullet umgekippt. meine fussheberschwäche hat sich wohl grad bemerkbar gemacht und das bein war nicht wo es sein sollte. aber nix passiert. ausser peinliche blicke aus den hotelfenstern.

kanada ist erstaunlich multi kulti. das motel in pincher wurde zb. von einem waschechtem inder betrieben. er erkannte gleich die bullets. machte fotos und war ganz glücklich. vor allem darüber, dass unsere bullets wie echte indische bullets aussahen. nämlich dreckig und verölt, mit kampfspuren hier und dort. nicht wie die kanadischen bullets, die vermutlich over-cleaned sind wie die meisten harleys.

next day wollten wir in den waterton park. davor noch in ein büffel “park” gefahren. eher unspannend. da lagen irgendwo 10 büffel rum möglichst weit weg von der strasse weil wohl die touris immer nerven.
den waterton park haben wir uns erspart. haben genug berge gesehen in british columbia die letzten tage.
dann gings parallel und nahe an der grenze zur USA richtung westen.
perfekte strassen. gar keine verkehr. vielleicht ein pickup alle viertel stunde. und wunderbar ruhig. kein autobahn grollen oder züge oder orte. wirkt auch alles viel entspannter hier. die 2500 meter hohe bergkette geht nord-sued. und östlich davon ist es leicht hügelig. etwas vom charakter bergstrasse und ried. nur ca 6 mal vergrössert ;)

die hügelig überschaubare landschaft in alberta ist echt nett. wie zwischen porterville und piketberg. oder die hochebene von island. nur in island ist dann alles lavaschwarz, hier grün grasig. rolling hills heisst das wohl.
ca 50 km vor milk river musste ich auf reserve stellen. nicht gut…. glaub mich zu erinnern, dass ich max. 40 km auf reserve fahren kann… und hier unten gibt es zw. den “orten” wirklich nix.
bei einer farm angehalten und zufällig kam grad der farmer vorbei. er sagte die nachtste tanke in milk river wären noch 20 km. aber er hätte sprit. ich soll mal reinfahren.
hab mir ein paar liter roten sprit abgezapft. (vermutlich eingefärbt weil steuerfrei) geld wollte er keins und wünschte uns weiterhin gute reisen. warnte uns aber vor dem schlechten wetter hinter milk river, und den tornados. zeitgleich fielen in cardston (wo wir morgens durchgefahren sind) faustgrosse hagelkörner.
hatten zum glück nur wenig regen abbekommen und beschlossen, ein motel in milk river aufzusuchen, weil unsere route genau in eine schwarze gewwitterwand geführt hätte.

das günstigste der 2 motels in milk river rausgesucht. ich finds ganz schnuckelig. die anderen zu heiss ;) hat immerhin 2 betten, keine klimaanlage, zimmerdusche mit kalten wasser und 2 klos. andreas hat sich mit dem zickigen fenster auseinandergesetzt. kurz vorm rausfallen (das fenster) hat es sich dann dohc ergeben und liess frische luft rein. der laden wird von einer chinesin geführt, die gebrochen english kann. obwohl sie seit 10 jahren hier lebt.
trostloses kaff.

erstaunlicherweise gibt es in kanada (und auch usa) weniger macdoof als in deutschland. zumindest kommt es mir so vor. aber das essen in den anderen “restaurants” ist nicht unbedingt besser. das beste essen hatten wir bisher im golfclub von balfour. und das sogar günstig.
geht doch nix über big-bons mit trocken gummi brot am lagerfeuer mit asche drin.

nächsten morgen gings richtung writing-on-stone park. blauer himmel, perfektes wetter. der wos park besteht aus vielen steinformationen. wie im col de columbine in der nähe von gap. gleiches prinzip. eine wetterfeste steinplatte und darunter lehmige erde. die wird vom regen weggewaschen und es bleibt eine säule stehen mit der platte oben drauf. sah sehr spacig aus. alles was ein schatten hatte war für den indianer ein “lebewesen” hier kamen sie früher her zum tieferen erleben ihrer visionen. gab dort ein sehenswertes besucher center. bin mir sicher die steinformationen sehen im schattenspiel eines lagerfeuers besser aus.

dort noch ein foto einer klapperschlange gemacht, die sich auf dem warmen asphalt aufwärmte. sie war aber nicht so glücklich, als ich zu nah kam. :P

die strassen und landschaft sind mind. genauso schön und gut als die berge in british columbia. mit ist die ruhige weitsicht fast lieber. b.c. ist eher stressig dageben.
könnte mir vorstellen hier ein farmer zu sein, da ich ja nicht in der gegend aufwachsen musste ;)

man sieht hier unheimlich viele rehe und erdmännchen. ich glaube die stehen nur am strassenrand rum um die autos (oder biker) anzugeifern um sich dann zu freuen, dass das auto weiterfäährt und sie sich fühlen als ob sie das auto verjagt hätten. putzige tiere. die haben auch so ein “silly walk” drauf wie bei monty python. vor allem wenn sie über die strasse laufen. immer 2 hüpfer normal, dann einen bei dem sie den kopf hoch heben und etwas höher hüpfen. einige machen das im 3-er hüpfer. sind dann die profis.

sind heute ca 200 km schotter gefahren. am stück. sowas hatten wir noch nicht mal in russland….
die schotterstrasse war von gut befahrbar bis katastrophal. meist letzteres. eine mischung aus grobkies und feinen lockeren kies. der bremst einen abrupt so ab wie die notfall ausfahrten auf autobahnen für lkws mit defekten bremsen. und der grobkies lässt hinterrad und vorderrad in verschiedene richtungen fahren. bin 2 mal fast hingefallen.
danach hatten beide bulles risse und brüche an den gepäckträgern. aber wird noch halten denke ich.
die mz bekommt auch wieder startschwierigkeiten.

wir sind nun im bundesland sasketchewan. in shaunavon. hier sind die schotterstrassen gleich viel besser.
obwohl uns alle biker in bc gesagt haben, die gegend wäre hier flach und langeweilig… ich kann dem gar nicht zustimmen. andi und moritz auch nicht.

in shaunavon können wir wieder mal umsonst zelten. neben einem freibad. wasser war schön warm.
und mein neues mosquiti mittel hilft. ein repellent der klasse DEET 30. beim toad rock hat mich jemand aufgeklärt über mückenspray. es gibt einen DEET wert, ähnlich wie sonnenschutzfaktor für sonnenschutz. und mal solle nur deet 30, besser noch 40 kaufen. alles darunter hilft wenig. und er hatte recht.
hätte ich das mal in sibirien gehabt :o

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USA und KANADA

Irgendwann muss ich ja mal anfangen was hier reinzuschreiben. aber bisher ging es mir abends immer zu gut und/oder es war zu viel los, um sich an das notebook zu setzen…. aber jetzt wo ich schon genötigt werde was zu schreiben, und wir heute mal einen zivilisierten campingplatz haben mit strom und internet…
fange ich mal teil 3 an:
USA und KANADA

unmittelbar nach unserem flugfest in bürstadt hatte ich immer noch nicht gepackt, geschweige denn gewusst wo alles ist. naja. wird sich in diesem leben auch nicht mehr ändern….. der vor-urlaubliche packstress.

nach wenigen stunden schlaf mit lufthansa nach L.A. dort angekommen wurde ich sogar ohne probleme durch customs gelassen. meine lieblings cousine in LA, marianne, hat mich pünktlich im weissen mercedes abgeholt. john-john und robbie haben mir sogar ein willkommensbild gemalt. (welches mich nun begleitet,.. siehe bilder)
als erstes ging es zu redondo beach um die füsse nass werden zu lassen. wetter wie immer in LA… perfekt.

danach gings zu mariannes haus in torrance. die bullet begutachtet… sah erstaunlich gut aus. leider alleine, da moritz seine mz schon nach seattle geschickt wurde, weil andy und moritz von kanada aus fahren müssen, da es komplikationen mit der einfuhr von andys bullet gab. dank einem herrn d.h. aus a.a.

dann zu meinem onkel und tante. dort gabs die besten mangos, fachmännisch vom herman geschält. veg. pizza und abgelaufenes bier ;) perfekt sozusagen.
mit herman dann zum triple A gefahren, sowas wie der adac und danach über verschiedene kontakte eine günstige versicherung für 6 wochen abgeschlossen.
dann noch vorbei bei southbay triumph motorcylces die ja schon im vorfeld für mich einen kettensatz bestellt haben. war natürlich noch nicht da. ich wurde auf mittwoch vertröstet.

“nebenan” wollte ich mir eine neues visier für meinen shoei helm kaufen, doch der ist wohl schon soooo alt, dass es den dort nicht mehr gab als ersatzteil. wurde dann dazu überredet eienen neuen zu kaufen. so ein klapphelm mit integriertem sonnenvisier . recht praktisch. und dank dollarkurs sehr günstig. mariannes kinder spielen nun mit dem shoei rum. mal sehen wie lange er es überlebt. :P

ich konnte die werkstatt vom greg benutzen. die war super ausgestattet und war alles da was ich brauchte. marianne meinte immer in der garage wäre chaos und das werkzeug nie auffindbar. ich fand eher das gegentiel. nur gute qualität und alles dort wo mann es vermutet…. was lernen wir daraus? männer gehören in die garage. frauen…
nachdem der kettensatz dann 3 tage später ankam habe ich mich um die bullet gekümmert. reifen gewechselt, batterie geladen, ekliges E10 getankt, öl+filter gewechselt und ein paar kleinigkeiten gewartet.
bei kettensatz war ich überrascht, dass die kette die richtige war mit dem legendärem halbglied. dafür war das vordere ritzel falsch. die hatten das vom 5 gang getriebe geschickt, obwohl ich das denen noch extra gesagt habe.. for the 4-speed gearbox. (lustigerweise bekam andy in vancouver genau die gleichen falschen ersatzteile geliefert…)
naja. scheint noch ganz gut mi tdem alten ritzel zu gehen.beim ölwechsel (die bullet hat 3 ablassschrauben) ist es dann passiert, das eine gewinde, welches seit dem kauf in delhi etwas marode war und mit 2 dichtscheiben “repariert” wurde, wurde weich und kam raus. mit meinem rest loctite eingeklebt und gleich noch bei southbay angerufen ob die M14 helicoils hätten. die meinten klar, ich sollte gleich vorbei kommen. ist ja nur 4 min von mariannes haus entfernt. leider hatten die dann doch nur m12 und wir beschlossen die schraub zusätztlich von aussen einzukleben. sieht gut aus und wird sicherlich halten.
+berhaupt war southbay motorcycles in lomita sehr hilfreich und gaben mir einen ordentlichen discount. zufälligerweise waren gerade ein paar chefs aus indien vor ort um sich den neuen laden anzusehen. die waren erstaunt, dass ich meine bullet bei bei lalli singh in delhi gekauft habe und über deutschland, wladi wostok, LA weiter nach toronto fahren werde… sie haben irgendwas von sponsoring erzählt, aber es blieb beim discount und dem versprechen mir unterwegs zu helfen wenn ich hilfe baucche. es war denen sichtlich peinlich mir die falschen teile geliefert zu haben…
zudem durfte ich noch mit der vom billy idol signierte guitarre posen. und alle waren neidisch, nicht mitfahren zu können. naja… wenn sie wirklich wollten könnten sie ja schon….. das übliche problem wenn man lieber arbeiten geht. ;)

mit melinda war ich dann in malibu sonnenbrillen kaufen und im pazifik schwimmen. dann zu den hollywood signs gehikt mit 2 freunden von ihr.
abends dann noch mit marianne zum cocktail trinken eingeladen worden und von einer parkbank gefallen, was nicht so gut für meine bandscheiben war.
erstaunlicherweise kann man legal in venice beach marihuana kaufen. gibt dort “geschäfte” mit einem medical doctor, der das einem verschreibt, wenn man asthma, arthrose, kopfweh, nausea, schlaflosigkeit oder depressionen hat. so duftete die gegend auch. und das alles in USA… unglaublich.

gegen ende der woche greg kennengelernt, mariannes mann aus new zealand, der momentan in portland arbeitet bei marriots.
er hat mir dann noch einen ipod nano oder shuffle geschenkt und hörbucher von stieg larson draufgespielt. somit war ich abfahrbereit richtung vancouver zum andy.
noch brote von den huettemeyers bekommen und dann gings los die route 101 oder 1 hoch immer an der küste entlang.
landschaftlich sehr spannend an der küste zu fahren. die strasse schlängelt sich immer in sichtweite der brandung. überall surfer und kitesurfer. riesige seals gesehen. wohl eher walrösser. die bullet lief super. konnte richtig gas geben. strasse gut und meist nicht allzuviel verkehr. habs sogar geschafft, sie nach 2 jahren mal wieder in den kurven aufzusetzen. :)
der erste stop war in san simeon, ein kleiner zeltplatz für 35 dollar. sehr basic und in strassennähe. war mir aber recht egal, da ich schnell eingeschlafen bin im russischen minizelt aus nowosibirsk. zum glück war die nacht trocken. zeltplätze zu finden die offen haben und noch plätze frei ist gar nicht so einfach in californien.
am nächsten morgen weiter hoch durch bergige landschaften auf brandungshöhe, oder in serpentinen bis zu 500 meter darüber. sehr coole strasse. bei big sur vobei, monteray, morro bay und santa cruz und den vandenberg rocket test areas. dort hat meine bullet neben einer tomcat kampfjet, sidewinder, amram, polaris und regulus II raketen posiert. ich glaub die bullet könnte auch einen nuklearen sprengsatz zielgenau transportieren ;)

dann gings über die golden gate bridge. davor und danach war nur stau. insgesamt ca 2 stunden stop and go. sehr nervig. und so toll war die golden gate dann nun doch nicht. aber rechts zu alcatraz gewunken. coole insel. sollte man mal besetzen.
hinter der golden gate bei sonoma war dummerweise grad ein nascar rennen zu ende. alle strassen verstopft. ineinem motel/inn gefragt was zimmer kosten und der besitzer wollte erst 179, dann 139 dollar. irgendwie nicht das was ich zahlen wollte. er empfahl mir eine campingplatz bei kenwood, ca 6 meilen entfernt. es wurde langsam dunkel.
aus den 6 wurden dann 20 meilen, vor kenwood hab ich an einer tanke gefragt wo kenwood sei. der “tankwart” gab mir ein karte, sagte aber gleich, er könne keine karten lesen. in kennwood dann in der dämmerung angekommen an einer weiteren tanke gefragt wo der campingplatz sei. ein halb bekiffter rapper mit halboffenen augen sagte es gäbe hier keinen. dann dachte ich mir ich frage mal die kassiererin…aber die sagte gleich, dont ask me, i know nothing here….

wie in russland können anscheinend die meisten hier keine karten lesen. und beim tanken muss man auch wie in russland erst dollars bezahlen, dann tanken, um sich den rest zurück geben zu lassen. oder man bei der kreditkarte an der zapfsäule nach der ZIP code gefragt. das ist die PLZ aber die deutsche geht da nicht… somit sind KK an zapfsöulen oft wertlos

irgendwie wollte ich sowieso nicht in kenwood schlafen dachte ich, und fuhr alles wieder zurück in der dunkelheit und bog ab nach fairfield an der interstate 80. da wusste ich, dass es motels geben müsste. und gleich einen motel6 gefunden für 50 dollar. frisch renoviert und erstaunlich gross. mein bild von motels in der usa waren mehr die, wie bei pulp fiction oder from dusk till dawn ;)
aber so einen hatte ich dann am nächsten tag bei medway in oregon.

weiter ging es die interstate 5 nach norden. die 101 wäre sicherlich schöner gewesen, aber die landschaft wiederholt sich, es war zum teil fast shcon kühl an der küste und man macht kaum KM. und ich wollte ja bis mittwoch in vancouver sein. also durchs sacramento valley hochgedüst. super warm und beste sicht. landschaftlich wie südafrika, mit vielen eukalyptus bäumen und kargen ockerfarbigen wiesen. wo die berge schroffer und höher wurden sah es mehr aus wie in den südfranzösischen alpen. also eine gegend zum wohlfühlen :) ein mind 50 km breites tal mit teilweise schneebedeckte bergen im westen und zerstreute bergmassive im osten.
hatte auch guten rückenwind bei wohligen 40 grad sonne. gut für mich, heiss für den motor, da weniger kühlluft.
seltsamerweise gibt es kaum mücken bis jetzt. wenn ich mich an russland errinere, wo alle 30 sek ein rieseninsekt gegen mein helm prallte und ich mehrmals am tag mein visier einweichen udn putzen musste, so hab ich hier am tag evtl einen! zusammenstoss mit ner mücke. wie kann das sein? haben die ami besseres insektizide als die russen?

dann bei redding etwa ging es in den shasta national park…. hoppala, von ca 40 grad fiel die temp schlagartig auf 20, dann weiter auf gefühlte 12. der über 4000 meter hohe mt. shasta war komplett schnee bedeckt. und windig. in medway dann wieder ein motel6 gefunden. dieses mal nur 40 dollar, dafür aber so wie ein motel aussehen sollte. klein, dunkel, mit aufgebrochenen und reparieren türen und lauter knirschender klimaanlage ;)

unterwegs auf der strasse sind die meisten amis recht beeindruckt von der bullet. wenn man den dann sagt, man ist damit grad durch russland gefahren sind alle sichtlich beeindruckt. die meisten scheinen sogar zu wissen wo das land liegt.
recht viele hier fahren nicht nur harleys, bzw, sie fahren nur harleys, haben aber der “ordnung” halber noch andere bikes in der garage, meist bsa, triumphs und nortons. oder hatten mal eine. gehört wohl zum guten ton, das zweit motorrad. daher kennen viel die enfield.

in oregon wechselte die landschaft von eukalyptus zu eichen. sieht hier ähnlich aus wie in europa. viele rinder und llamas oder alpacas. wer mehr zu llamas mit hüten wissen möchte sollte Karl fragen :)

oder

in oregon wurde ich dann von einem trooper angehalten. sozusagen ein polizist. er wunderte sich über mein nummernschild und wollte meine papiere sehen. dummerweise hatte ich die versicherung noch nicht in papierform sondern nur als pdf in einer email. ich wollte die ja abends in portland beim greg ausdrucken. nun wusste der polizist ganz genau was ich dabei haben musste. und er glaubte mir erst nicht, dass ich die versicherungs police als pdf hatte. er sagte er müsse sowas nicht akzeptieren und wenn ich es nicht dabei habe, dann bleibt das motorrad halt stehen und wir prüfen das alles auf der wache usw….. nach etwas überreden hat er sich dann doch das pdf auf dem notebook angesehen und sogar akzeptiert, allerdings per funk anscheinend überprüfen lassen. da ja sonst alles plausibel war was ich ihm sagte wurde er dann sogar fast nett und ich durfte ein foto für mein album mit ihm machen.
aber soviel zur landläufigen meinung es interessiere niemanden in den USA oder kanada ob man versichert ist oder nicht. das hätte richtig teuer und zeitraubend werden können.

´das alleine fahren hat vor und nachteile zu dem fahren in unserer bewährten 3er gruppe… man kann spontan anhalten zum bilder machen oder ungeplant mal ne seitenstrasse fahren, dafür muss man aber das ganze bier abends alleine trinken ;) ….
die (baldige, ab vancouver) 4er gruppe ist aber auch ganz gut. bei gegenwind oder steigungen, die es in den rockies nun mal gibt, machen der 125er mz arg zu schaffen und sie zweitaktet dann eher gemütlich vor sich hin. andy kann dann mit ihm zusammen fahren und ich mit stefan dann weiter dahinter, oder vorfahren. sozusagen 2 gruppen was es einfacher macht, wenn mal ein paar km zw. uns sind.

ein paar stunden später dann im marriot vorgefahren. beim valet parking sah dort alles erstaunlich “posh” aus. mit goldenen seilen und roten teppichen. einer kam gleich zu mir und hatte die vermutung ich hätte mich mit meiner öligen bullet verirrt. ich sagte ich wolle zum greg, dem financial director. da wurde der angestellte etwas ungläubig oder auch unsicher. ein anderer, der grad einen oldtimer mercedes in die tiefgarage fahren wollte, fragte ob ich johnny sei ;)
dann ging alles ganz schnell und die bullet durfte im valet parking stehen.
greg zeigte mir dann noch die netten locations von portland, wir gingen gut essen, bekam ein schlafplatz sowie frühstück. dann meine versicherungspolice ausgedruckt und es ging auf die letzte etappe nach vancouver.

die fahrt durch washington war sschon routine, die einreise nach kanada mit vollständigen papieren kein problem und kurz darauf den andy im super8 motel getroffen. moritz und stefan waren natürlich auch da

more soon :) von geplatzten reifen und wilden biker partys im toad rock motorcycle campground :P
und bilder folgen auch noch…

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nach einer nacht im überfüllten super8 in vanc hat mich das frühstück des hotels geschockt. sowas von superkatastrophe. kann ich kaum beschreiben. nur in plastikverpacktes süssgebabb.nmit plastik teller und plastikbesteck. und das ist ein mind. 100 betten hotel… kann da der greg nicht mal was machen??

dann die bike beladen und alles verteilt. noch sachen bekommen vom stefan, die er zuviel hatte. und dann gings gleich los richtung osten, an chilliwack vorbei. doch soweit kamen wir nicht.
nach 3 km (höchstens) zickte andys bike rum. stotterte unter last. er tauschte die zundkerze. ging. für eienen weiteren km. also wars was anderes. ich grinste schon und meinte hämisch, das ist ja wie in russland. immerhin shcon 4 km weit. sagte dem stefan (der ja neu in der gruppe ist mit einer honda africa twin) ob er erwartet hätte, dass wir nicht alle 5 km ne stunde anhalten zum reparieren. glaub er war sich kurz unsicher ;)
nach kurzem suchen bemerkten wir, dass sein amp-meter ab udn an nichts anzeigte. kurz drauf eine durchkorrodierte plus leitung gefunden und fachmännisch repariert. ;)

es ging dann über chilliwack durch die berge über hope und nach der wetterscheide war das wetter richtig nett und perfekt. davor war es bewölkt und wenig leichten regen.
blauer himmel und kurvige strassen. viele bilder gemacht. wir wollten dann eine abkürzung nehmen. auf schotterpisten ging es dann weiter… aufeinmal standen wir vor einem stacheldrahtzaun. mit schild, warning border USA. so nah war andys bullet nie an der USA ;) ein paar waldarbeiter zeigten uns dann den richtigen weg. am lake bei osoyoos haben wir ienen zeltplatz gefunden, mit zugang zum wasser. alles recht voll, aber trotzdem ruhig.

dann gings weiter über rock creek nach nelson zum toad rock motorcycle club campground bei balfour. perfektes wetter. beim rock creek einen flohmarkt besucht und amerikanisch gefrühstückt. dort wurden unsere bikes wieder bestaunt. die harleys schaut hier keiner mehr an, zumindest nicht wenn wir kommen. die mz sorgt auch immer für aufsehen, da sie hier doch sehr unbekannt ist…. nur gelegentlich kann jemand was mit mz anfangen.
von einheimischen bikern dort wieder viele tipps bekommen wo wir hinfarehn sollten.
ca 25 km vor dem toad rock (krötenfelsen) fuhr andy beängstigende schlangenlinien und ich dachte erst er lelgt sich aufs asphalt. ähnlich wie damals in griechenland verlor sein hinterrad schlagartig die luft. schlauch geplatzt. und das bei einem neuen duro reifen, den er in vanc hat aufziehen lassen.
zeitgleich!!! grad als stefan gebremst hat wegen andy, ging bei seiner honda die elektrik aus. komplett stromlos. udn jetzt ungelogen ein paar km zuvor machte meine bullet beim bremsen hinten seltsame schleifgefräusche, die ich aber nicht allzu schlimm fand, um nicht noch nach toad rock fahren zu können.

jetzt standen wir mit 2.5 kaputten bikes an einer einfahrt… der rasenmäher mann, also der besitzer der rasengemäht hat und der journalist war kam recht bald zu uns, weil er sich wunderte, dass 2 fremdaussehende motorräder dort grad recht ausgiebig zerlegt wurden. er fand uns und unsere reise alles ganz toll und leihte uns eine gescheite luftpumpte und schenkte dem andy sogar seinen luftdruckprüfer. andy flickte sein hinterrad, und ich half stefan beim kupferwurm suchen. da ich ja schon oft an japanern rumschrauben durfte (dank dem patrick im tune up motorradservice ;) ) wurde der fehler recht schnell gefunden. die verteilung nach der hauptsicherung am anlasserrelais war überhitzt und die kabelschuhe hatten schlechten kontakt. haben irgendwie viele japser, meine gpx fing amit auch schon an. heizgriffe und 2 mal 55 watt lampen tragen ihr teil dazu bei. oxidierte, weiche kupferkabelschuhe auch.

recht schnell gings weiter. (zumindest nachdem stefan beim aufsteigen erst gegen mich und dann über seine hochbeinige enduro gefallen ist ;)
genau 5,6 km weit. dann machte andy den stunt wieder. wieder ohne fast hinzufallen. uns war klar. es lag nicht am loch im schlauch sondern wohl der mantel, also der fast neue duro reifen. der hatte innen einen riss. ich haatte noch einen schlauch. mit einem riesen lkw flickn den mantel innen geklebt und dann zum toad rock geeiert.
vorgefahren und die party war schon im gange. ein band spielte, viele läden, essen, grosse bar und alles voller harleys. 4 tickets für das lange we bis montag gekauft und bevor unser zelt stand hat sich bei den ca 600 bis 800 leuten dort rumgesprochen, dass 4 mad germans with strange bikes hier sind.
toad rock ist eine sehr coole location. normalerweise ein zeltplatz wo alle willkommen sind, vorwiegend biker. zeltplätze teils im wald, teils auf wiesen. mit einzelnen log cabins die auch mal ein ausgedienter alter vw bus sein können. alles mit viel liebe und details gewachsen. saubere klos und gute kostenlose duschen.

hatten schnell kontakt zu den locals. wir sagten wir bräuchten einen neuen reifen für andys bike, da der jetzige duro reifen jederzeit wieder platzen könnte, und andy hatte verständlicherweise gar keinen bock damit weiter zu fahren.
dann meinte der eine biker er kenne einen der einen kennt der englische bikes sammelt. ein paar telefonate später kam dennis um bob. ich hatte mittlerweile mein hinterbremse auseinandergebaut und gesehen, dass nur iene feder defekt war. andy fuhr mit dennis und bob zu dem anderen der reifen und wohl auch federn hatte. schnell war in nelson ein neuer, abgelagerter avon reifen dem andy für faires geld überreicht. es gab auch eine ganze kiste federn, aber eine die bei mir passen könnte fehlte. dann fuhr bob weiter 50 km zu sich und zurück um 2 aus seiner enfield auszubauen. er schenkte sie mir und ich hoffe ich kann es irgndwann mal wieder gutmachen. :)

nachdem die bullets wieder fit waren kümmerten wir uns alle um die honda. haben neue kabelschuhe verlötet. mit schraubenzieher und primus gas grill, da wir keine lötkolben hatten. ging alles gut. bauten noch ein relais für die heizgriffe ein. ich hab in der zwischenzeit mal meine seit 3 jahren verstummte cow horn zerlegt und repariert. primitive indische technik, allerddings laut und effektiv. alle dort liebten meine cow horn. fast so laut wie die harleys dort. kein vergleich zu den zugestopften auspuffen in deutschland.

erstaunlicherweise hatte keiner der harleyfahrer die wir sehen konnten was zum schrauben. da wir über die 3 tage fast jedes unseres bikes leicht auseinandergenommen hatten, meinten einige “zuschauer” ob sowas normal in deutschland sei…
aber sie sagten alle sie wären “jealous” auf unsere tour. ich meinte sie könnte ruhig jealous sein… sie hätten grund dazu :P

steve, einer der toad rock rockers sagte er wolle mit ein paar freunden 2014 nach germany und europa touren. vielleicht besucht er uns ja. würde uns freuen.

ca 80 % der bikes dort waren natürlich harleys. von normal bis ultra gechoppt. ein paar wirklich nette. und ca 30 % der besucher waren frauen. auf eigenen dicken harleys angereist, nicht wie bei uns die höchstens hinten mitfahren. dick waren allerdings nicht nur die harleys ;)

wie bei bike parties üblich gab es viele burnouts, so richtig fette die dicke nebelmaschinen alt aussehen lassen. und ein grosses lagerfeuer. sowie bier ohne ende, welches man aber nicth zum zelnt nehmen durfte. die liquor laws verbieten es. das bier muss dann in kaffeetassen oder coladosen umgefüllt werden. am zelt darf man auch bier trinken. aber dann n icht mit dem bier zum zeltnachbarn laufen. dann muss es wieder in die kaffeetasse rein. oder man trinkt ein bier vom zeltnachbarn,… das ist dann auch wieder erlaubt. aber so wirklich eng sah das da keiner. die wenigsten dort rauchten dort auch tabak. ;) und das juckte auch niemanden allzusehr.
mary, die campground besitzerin freute sich sehr über unseren besuch und stellte sicher, dass wir immer gut gelaunt waren. :)
uns wurden schnell einige biere spendirert. bands und stimmtung waren gut. nächte wwaren lang. sternenhimmel atemberauben.

wir machten von dort einen ausflug nach kaslo, eine angenehme kleinstadt. dort wollte ich mir eine sim karte fürs handy kaufen, damit ich aus deutschland angerufen weren kann, vermutlich nur von meiner firma ;)
aber der verkäufer wusste gleich das wir deutsche sind und sagte die usa und kanada seien das rückständigste land was handys und internet angeht. beim telefonieren mitm handy zahlen immer beide parteien (also auch der angerufene…). bis zu 80 cent die minute, 30 cent bei local calls und die aktivierung der sim karte kostet über 50 euro, dazu kommt noch guthaben, was nie lange hält und sehr teuer ist. selbst in afrika und sibirien sind die da weiter und günstiger.
überhaupt ist das internet hier meist recht lahm, und was schlimmer ist, es bricht ständig alle paar minuten ab. liegt daran, das die hier mit richtfunk arbeiten und nicht mit glasfaserleitungen, sagte man uns.
auf dem rückweg wurden uns die ainsworth hot springs empfohlen. heise eisen und kalthaltige quellen. das war wirklich traumhaft. fast so gut wie die blaue lagune in island :P
ich und stefan sind dann nochmal 10 km offroad einen steilen berg hoch zu den cudo caves gefahren. ich hab dabei ständig meine ölflaschen ausm gepäckträger verloren, ie stefan immer wieder eingesammelt hat ;) so gut waren die strassen.:)
oben lag schnee. die höhlen waren spannend. haben aber nur ca 50 meter erkundet. unsere kleidung und equipment war nicht so sehr perfekt für wasserführende höhlen.
auf dem weg dorthin hat uns rebhuhn ähnliches geschöpf den weg versperrt. weil seine 2-3 babies rumliefen. ich wollte vorbei gehen, da hat das tier einen aufriss gemacht und uns regelrecht angegriffen. sehr mutig für ein schuhkarton grosses federvieh ;)
überhaupt gibt es hier auch viele greifvögel. mehr als im odenwald sogar.

erst dienstag gings dann weiter über die route 31A. die schönste strasse in britisch columibia wie einige leute sagten. sie hatten auch recht. gute strasse, kaum verkehr, viele kurven uns traumhafte bergkulissen. dort angrenzend lag auch sandon. eine ehemalige goldgräberstatd mit einem netten museum. schon krass was da um 1900 los war. 8000 “miners” auf engstem raum. die lebenserwartung war nicht sonderlich lang. lawinen, einstürze, feuer und andere gefahren lauerten täglich. in dem ort gab es damals mehr bordells als kneipen.

dann mit einer kostenlosen fähre über den upper arrow lake. die “matrosin” war wieder mal schweizerin, die heida. sie empfahl uns ein zeltplatz in revelstoke, welches auch von schweizern geführt wurde. am nächsten tag weiter in den nationalpark von banff. die landschaft ist wirklich gigantisch. fange ich gar nicht an zu beschreiben. schaut euch die bilder an.

an einer baustelle kam auf einmal ein älterer herr aus seinem SUV, mit frau und tochter. er kannte gleich die royal enfields und fast sogar die mz. er fragte ob es eine jawa wäre. andreas wurde stutzig und fragte woher jemand in kanada eine jawa kennt. er meinte er macht sein ganzes leben mit motorrädern rum, und ist der erbauer der amazonas 1600 und will demnächst enfields nach brasilien und mexico importieren…

http://de.wikipedia.org/wiki/Amazonas_(Motorrad)

was man für leute kennenlernt hier im outback. wir haben uns dann nochmal an einer raststätte getroffen und wir haben lange gequatscht. sehr zum leid seiner frau und tochter. die sind irgendwann entnervt abgehauen.
Guilherme Filho war total in benzingespräche mit uns vertieft. er spendierte uns “food for the motorbikes” und wir füllten alle unsere tanks auf. dumm dass die nicht fast leer waren ;)
er kommt aus brasilien und fand unsere tour sehr spannend und war begeistert. so sehr, dass er uns nächstes jahr zu einer bike tour durch südamerika eingeladen hat. ;)
wir haben emails ausgetauscht und werden in kontakt bleiben. vermutlich sind unsere bullets nächstest jahr längere zeit in südamerika ;) )))))))))

dort einen abgelegenen zeltplatz gefunden. rampart creek. in dem fast nur RVs stehen, zumeist gemietet von deutschen oder schweizern. trafen dort leute aus darmstadt…. später jemand aus pfungstadt. schlimm diese touris….
beim zeltaufbauen sah ich auf einmal ein bär. der grad im dickicht am verschwinden war. dumm wie wir deutsche sind, bin ich gleich mit moritz und der camera hinterher gepirscht, aber ohne erfolg. der sah so klein und knuffig aus ;)
next day gings die route 93 “icefield parkway” weiter richtung jasper. traumhafte strasse, tief turkisfarbige gletscher flüsse. muss ein traum sien für kajaker. eine perfektgelegene strasse umsäumt von 3500 meter hohen bergen.
dann sahen wir im wald wieder einen bären. der fras munter irgendwelche beeren. andere autos hielten auch an und schauten raus. ich lies vorsichtshalber mal die bullet laufen beim bilder machen. der war nur 5 bärensekunden von uns entfernt. wirkte aber sehr chillig. laut den einheimischen können die aber sehr launisch werden…

in jasper nochmal essen eingekauft. die kanadier haber sogar butter und salatöl in spraydosen ;) und das ist noch nicht alles :)
ab jasper wurde das wetter schlechter. mussten die regenklamotten testen ;(
andy hat sein bike auf einer rutshcigen holzbrücke auf die nassen matschigen bretter geworfen. aber nur leichter schaden an einer blechpacktasche.
abends ein günstiges motel in mc bride aufgesucht in dem ich jetzt erstmal bin.

und immer noch…. wir haben einen tag verlängert. draussen ist das wetter grauselig. nicht weit oben auf den hügeln ist schnee gefallen. und da die wettervorhersage ab morgen über 20 grad und sonne vorhersagt, gönnen wir uns das. sind auch grad dabei die weitere fahrt zu planen. ob wir nach yukon hoch zum watson lake fahren oder hier bei prince george die gegend erkunden und dann uns in manitoba und ontario etwas austoben…. in russland war es einfacher. da gabs nur eine strasse…..

mache mir grad etwas sorgen um moritz. er hat die bibel hier entdeckt….. und liest sie und ist dabei sich darin zu vertiefen :o

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Iron Tigers und Wladi Wostok

bei der suche nach verschiffungsalternativen hatten wir noch eine ältere email von einem dmitriy. in welcher er uns vorschlug nach korea zu fahren und von dort aus mit luftfracht nach anchorage… nicht so wirklich das was uns grad in den kram gepasst hätte…
dennoch kam ein kontakt mit ihm zustande und er besuchte uns bei den iron tigers. verschiffen nach LA ging anscheinend doch. er gab uns einen weiteren kontakt namens yuri. yuri wird die zoll formalitäten klären. dmitriy hatte weisse lederschuhe an… das machte mich stutzig. hab noch nie gute erfahrungen in meinem leben gemacht, bzw geschäfte, mit menschen die weisse lederschuhe tragen… und es hat sich wieder mal bewahrheitet….

nach WW reingefahren, etwas sightseeing, noch kurz am geburtshaus von yul brynner vorbei gelaufen (in der gleiche strasse wie das fesco-HQ übrigens) und
auf dem weg zu yuris büro haben uns die polizisten gleich rausgewunken weil wir alle 3 beim abbiegen eine doppelte weisse linie überfahren haben ;)
als die unsere papiere kontrolliert haben und gemerkt haben wo wir herkommen, meinten sie wir können weiter fahren, kostet nix und good luck :)

leider sind die verschiffungskosten immens. aber eine wirkliche alternative haben wir jetzt nicht mehr. marianne aus LA ist so nett und wird die bikes entgegennehmen und bis zum nächsten sommer unterstellen.
als hauptproblem stellte sich die bezahlung heraus. dmitriy sagte 2 mal er akzeptierte nur bargeld und zwar dollar. emails mit meiner volksbank zeigten nur, dass es zeitlich kaum machbar wäre so eine grosse summe hier zu bekommen :(
glücklicherweise konnte yuri uns ein komplettpaket anbieten. rundum sorglos (hoffen wir) nach LA. und er akzeptierte eine überweisung :)

nach ein paar tagen bei den iron tigers in WW sind wir dann mit denen auf das EDGE OF THE WORLD biker festival nach fokino gefahren.

bei uns steht wohl irgendwie deutscher auf die stirn geschrieben. ungelogen schaffe ich es nicht die 800 meter am strand entlang zu laufen ohne 5 mal bei leuten wodka trinken zu müssen. ist wirklich anstrengend. nicht mitzutrinken ist hier extremst unhöflich. mindesten mal nippen wird verlangt.
die trinken und laden dich schon morgens zum frühstück zu wodka und bier ein. und zeigen dir stolz die verschiedensten trinkrituale. meist die flasche wodka halb auf ex trinken und dann mit bier nachspülen. was an dem festival an alkohol vertilgt wurde ist unglaublich. viele waren die 4 tage im dauerdelirium.
die ganz harten haben 95% alkohol dabei. steht irgendwas von medizinisch auf der braunen flasche. davon nimmt man einen kleinen schluck und steckt sich danach sofort ne gesalzene tomate in den mund. hab nur mal das zeuchs an die lippe kommen lassen und dann war mir klar warum… brennt wie sau, und die tomatenscheiben kühlen wohl etwas…

es gibt hier recht viele menschen die brauchbares englisch können. am schlimmsten sind jedoch die, die sagen sie können gut englisch. mehr als 5 vokabeln sind es dann meist nicht…. der rest russisch. und reden munter weiter wie üblich ;)
und umarmen dich ständig. und meinen es auch wirklich nett von innen heraus. teils laden dich hier wildfremde biker zum essen in nahegelegene restaurants ein.
und das bikertreffen ist so wie ein treffen sein sollte. laut, dreckig und geht bis es wieder hell wird.
die live musik ist teils wirklich gut.
manche holen dann ihr handy raus und spielen ihre lieblingsmusik dir vor. oft rammstein. überrascht war ich von einer mit ihrer mutter, die lacrimosa und rammstein vorspielte und davon schwärmte…

die iron tigers haben ein riesen zelt (oder baracke) aufgebaut mit eigener küche. und die kochen fast tag und nacht. die haben sogar verstanden dass ich vegetarier bin und bekomme manchmal was spezielles serviert ;)
lustig war die reaktion eines fremden bikers auf andreas’ sein kommentar, dass ich veg. bin. war für ihn etwas fremd (wen wunderts).. er schaute mich an.. meinte vegetarianski??? riss ein büschel unkraut ausm boden und meinte hier friss :)

der veranstalter liess uns wissen, dass wir in der nähe der polizei hier nicht deutsch reden sollten. ( und am besten immer ne flasche vodka in der hand halten um nicht aufzufallen) in der nachbarbucht sind russische atom u-boote stationiert und ausländer werden dann, angeblich, mal mitgenommen und ausgefragt.

auf dem treffen haben wir viele gesichter wiedergesehen. wie die beiden afrikatwin fahrer aus arschen im tunga valley. sowie einige andere biker die uns auf dem weg von chabarowsk angesprochen haben. der afrikatwin fahrer hat uns sogar eine riesen tüte pomodoros und gurken geschenkt.

es gibt hier so geräucherte käsefäden. jemand hatte die gerade und ich durfte mal probieren. als gemerkt wurde, dass die mir schmecken, ging die person kurz weg zum magasin und hat uns eine tüte davon gekauft:)

unser special forces kampftaucher dino hat im meer vorgestern muscheln und fische gefangen. und mit den muscheln ein sehr leckeres russisches gericht gezaubert. (gut gewürzt mit reis etc)
dino ist cool. entweder schraubte er an seiner afrikatwin, oder war im wasser…
eigentlich waren alle der iron tigers sehr cool und interessiert.

viele hier stehen auf wehrmachts militaria. wird auf frei und stolz gezeigt. (wird hier toleriert, allerdings finden es wohl auch einige bescheuert, zum glück)
jemand hatte eine güllepumpe gespann (honda) komplett mit airbrush motiven zugeplastert mit motiven von dem film “soweit die füsse tragen”, natürlich mit motiven, die ich hier nicht reinstellen darf. schon seltsam das ganze hier.

russland ist echt gross….
das zeigten wieder die geschichten die wir auf dem treffen gehörthaben. die biker sind meist alle recht reise erfahren. und die sagten, dass der normale russe sein land gar nicht kennt. wenn man jemand um moskau fragt wie die strassen bei novosibirsk sind, dann kommt es vor, dass er sagt es gäb östlich vom ural keine strassen und man wird sofort ausgeraubt.
ist ungefähr so wenn man jemand in gibralter fragt wie die strassen am nordkap sind :)

auf dem treffen habe ich eric aus frankreich getroffen (www.eric-lobo.com) und jesus aus spanien. die einzigen anderen ausländer abgesehen von uns.
eric ist schon mehrmals um die welt gefahren, meist mit harleys. er hatte viele tolle geschichte zu erzählen.
er ist unter anderem fotograf und hat auf papua neu guinea mal ne reportage von kannibalen gemacht (und fotografiert). mit erklärungen und details ;) )
seine harle ist extrem schwer und er hatte oft zu kämpfen im schotter. allerdings hat er auch richtig viel ps die oft sehr helfen. seine harley ist er 4 monate alt, sieht aber fast älter aus als unsere bullets. sie ist auch komplett zugeschrieben von leuten auf der strasse. er sagte auch, die russischen biker wären mehr als hilfsbereit und hatte nur gutes zu berichten. eric will weiter nach shanghai. wenn möglich mit der harley. ich drücke ihm die daumen, dass er es schafft.

jesus aus spanien kam mit einem renault kangoo auto nach russland reingefahren und er verkaufte das auto bei ekatarienburg oder irbit (war angeblich kaputt)
er hat sich dann in irbit eine 1992er gebrauchte ural gespann gekauft um weiterzufahren.
sie ging ihm täglich kaputt. er hat einen zylinder und mind 3 oder 4 kolben gebraucht auf die 8000 km. jesus ist schiffsmechaniker. er sagte er hätte zwar 1-2 mal selbst was verbockt beim reparieren, aber das ein motor so oft kaputt geht, das war selbst ihm ab und an zuviel, obwohl er sehr gerne schraubt.
an einem tag ging sie ihm überdurschnittlich oft kaputt (6 mal). er war voller öl, dreckig und genervt. beim wechseln des hinterrads hat er nicht gemerkt, dass das ersatzrad einen anderen bremstrommel durchmesser hatte. an der nächsten roten ampel schaffte er es daher nicht rechtzeitig zu bremsen. prompt wollte die polizei 200 dollar von ihm. nach langem verhandeln waren sie bei 500 rubel die jesus auch zahlte.
dann wollte er weiterfahren, aber sie sprang dann nicht mehr an. er kickte und kickte, und hat wohl echt mitleidenswert ausgesehen, dass der polizist zu ihm zurückging und die 500 rubel zurück gab :o

der letzte tag vom treffen war mehr als nass. der ganze schotteracker auf dem gezeltet wurde stand unter wasser. unser tipi auch zur hälfte. sind dann mehr oder weniger klamm zurück nach WW zu den tigers gefahren (ich hatte ja noch den schlüssel) und konnten dort alles trocknen.

da wir einen ganzen container für 3 bikes hatten versuchte ich natürlcih eric und jesus zu überreden mit nach LA zu fahren. (um kosten zu verteilen) eric hatte zwar interesse, wollte es aber vorher versuchen nach china reinzukommen. zeitlich war es ihm daher leider zu knapp.
mit jesus sah die sache anders aus ;)
er sagte er dürfe nie mehr in die usa reisen, weil er mal aus jugendlichem leichtsinn (mit 22) es versucht hat, aus gefallen, 2 mexikaner in seinem kofferraum über die grenze zu schmuggeln. wurde natürlich prompt erwischt ;) alles sehr lustige geschichten und wir haben viel gelacht. (hab auch gefragt ob ich das hier schreiben darf und er sagte nur wenn er mir ein bier ausgeben darf *g)

haben dann auch mit yuri (links ltd) die verschiffung klar gemacht, die bullets geputzt (no foreign soil darf in die usa eingeführt werden), also richtig lange und gründlich die reifen und schutzbleche etc gereinigt.
der weg zum container war natürlich verschlammt, also nochmal im container die reifen waschen. alles gut verzurrt und mit fett eingerieben gg. korrosion. batterie abgeklemmt, vergaser leerlaufen lassen, klappe zu fertig.
hoffe marianne bekommt die bullets gut angeliefert.

eric und jesus waren mittlerweile auch in WW in einer gastiniza eingemietet. am vorletzten abend schickte eric eine sms, sie wären gerade im chicago was trinken. bin dann noch spät alleine hingedüst (im nebel) und hab ne halbe stunde auf mein bier gewartet. servicewüste russland. dann kamen 2 bier vom tablett direkt auf meine hose gefallen. meine letzte hose… die werden sich freuen im flieger morgen ;)

war ein sehr lustiger abend mit eric, jesus, sotch (oder so ähnlich aus nishny nowgorod) und einige andere biker in zivil. hab den eric dann auf der bullet zu seiner gastiniza gefahren und er war derart beeindruckt von der bullet, dass er gleich fragte wie ich es genau gemacht habe mit der ausfuhr aus delhi und er rückfahrt nach europa. er sagte das würde er bestimmt auch demnächst mal machen.

andy hat von einer kollegen den rückflug buchen lassen und morgen, donnerstag früh gehts zum flughafen, der 50 km von WW entfernt ist. die tigers haben uns schon jemand organisiert der uns fährt. :)

vermutlich die letzte mail aus russland, falls aeroflott und heil nach hause bringt und die moskauer waldbrände uns nicht aufhalten.
dann werde ich auch die letzten bilder hochladen und die seite hier etwas überarbeiten und mit andys verlinken usw.

part one ende.

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Wladi Wostok angekommen :)

als wir chita vorbeigefahren sind war da ein schild chabarowsk 2200 km. andy meinte, dass ist ungefähr so wenn man beim rausfahren aus frankfurt ein schild sieht “istanbul 2200 km”. so wenig gibt es hier zwischendrin.
für uns sind die entfernungen schon fast unreal geworden. als wir kürzlich gemerkt haben, es sind nur noch 2000 km bis WW kam uns das vor, als ob wir schon da wären und nix mehr schief gehen könnte. dabei ist das ungefähr so weit wie von alsbach nach madrid. und zuhause kommt mir sowas richtig weit vor. hier ist es nur ein paar mal ankicken, tanken und fahren und schon ist es da.

nach chita war die landschaft eine mischung aus super nett und abwechlungsreich, wie auch monoton oder beruhigend, je nach dem wie man es sieht, oder sich gerade fühlt ;)
ab dem autobahnkreuz amur/lena (wo es nach jakutsk und magadan nach norden geht. gejuckt hat es mich ja schon sehr abzubiegen…)wurde die strasse wieder richtig wellig. teils ist mein hintern mehr in der luft als auf dem gefedertem sattel :) macht spass bis dann eine richtig fieses loch kommt und alles an der bullet nur so krächzt.

essen gehen in russland ist nicht so wirklich prickelnd….
vor allem an den rastplätzen neben der strasse. das personal, meist 2-3 frauen wirken sehr gelangweilt und genervt das ein gast kommt. stehen widerwillig auf wenn man reinkommt, dann merken die man spricht noch nicht mal russisch und sie wirken noch desinteressierter…. nach dem motto. wenn ich jetzt in stehen einschlafe, vielleicht gehen die dann wieder.
service wüste russland.
essen gibt es meistens in einweg plastik geschirr billigster art, dazu meist nur eine plastik gabel. bezahlt werden muss natürlich vorher, mit glück bekommt man es sogar gebracht. portionen sind recht klein, was nicht unbedingt schlecht ist, wir deutsche sind ja ohnehin zu grosse portionen gewohnt. als vegetarier hat man die auswahl zw maccaroni, spiegeleier, kartoffelpüree (das zeug hängt uns allen zum hals raus), meist recht gute kleine salate und brot. die nationalsuppe borschtsch ist nicht so mein ding. kotletts sind hier sowas wie frikadellen. das schaschlik schmeckt meist sehr gut.
aber um gerecht zu sein gibt es auch einige bedienungen die wirklich sehr nett und hilfsbereit sind. und ab und an sogar porzellanteller und metalbesteck :)

die russen mögen wirklich ihre flüsse. jedes noch so kleine bächlein hat ein fettes schild an der strasse. selbst wenn es die dazugehörige strasse kaum gibt, bzw vor lauter schlaglöcher nicht sichtbar ist. mittlerweile habe ich schilder gesehen die es einem verbieten am fluss müll zu verklappen, autos zu reparieren (ölwechsel) oder chemiefässer/tanker auszuwaschen. schon ein fortschritt ;)
an 2 flüssen waren sogar schilder “kein trinkwasser” daraus schliesse ich fast, dass alle anderen flüsse trinkbar sind. wundern würde es mich nicht, weil es hier einfach nichts gibt weit und breit was das wasser verschmutzen könnte.

auffällig ist wie wenige russen noch alle zähne haben. sowas bei männer wie auch frauen. goldgebisse sind recht in. wer sich sowas nicht leisten kann hat eben viele zahnlücken. die anzahl der zähne ist proportional zum verdienst/gesellschaftliche stellung. das ist hier wirklich auffällig, wobei das in deutschland auch in ein paar jahren so sein wird wenn sich die med. kosten weiter so entwickeln.

wir verlieren hier ziemlich genau pro tag 15 min da wir ja immer nach osten fahren. so alle 4-5 tage eine zeitzone. würden wir the right way round fahren so hätten wir jeden tag 15 min mehr fahrzeit und kämen damit täglich weiter und würden damit weitere tage gewinnen. wer gegen den strom schwimmt muss nunmal mit solchen nebensächlichkeiten leben ;)

die lkws die hier rumfahren sind schon teileweise in einem recht erbärmlichen zustand. letztlich quamlte/brannte ein tanklaster recht stark. der fahre entfernte sich auffällig schnell… wir fuhren schnell noch vorbei. brennende strassen sind uncool.

die berüchtigte “strasse” zw chita und chabarowsk hat sich sehr geändert. waren dort vor genau 2 jahren noch 80 % schotter so ist das verhältnis heute eher umgekehrt. meist superglatte neue strasse. nächstes jahr wird die strassse durchgehend geteert sein. ob wir uns darüber freuen sollten wussten wir nicht so genau. die meisten schotterstellen liessen sich recht gut fahren. aber teilweise absolute katastrophe. insgesamt sind wir nur etwa 600 km schotter gefahren. so wie alsbach nach hamburg. erwartet hatten wir fast 1000 km mehr.

ab belogorsk stehen immer mehr pilz und honigverkäufer an der strasse. hab einige wohl professionelle pilzsammler gesehen mit einem riesigen “rucksack” aus lochblech, ging ab arsch bis über kopf. mit dem ging er grad los in den wald. und kommt bestimmt nicht zurück bevor der voll ist, wenn ich sehe wieviel dort verkauft wird. meist röhrlinge. oft stehen etliche verkaäufer am strassenrand mit bis zu 20 mal 10 liter eimer aneinandergereit mit leckersten pilzen.

richtig viele ural motorräder und ish 2-takter fahren hier übrigens rum

in chabarowsk haben wir uns mal wieder ein hotel gegönnt. personal wieder mal sehr unfreundlich und genervt (obwohl das zimmer über 50 euro kostet) irgwie gefiel denen unsere papiere nicht, die registrierung war wohl schon zu alt.. keine ahung. ging dann doch irgendwie.
waren dann abends pizza essen. im manhatten. der verkäufer konnte sogar englisch und die pizzas so gross wie in texas. haben unsere mägen gar nicht mehr so richtig geschafft. draussen hat es mittlerweile gekübelt. andreas wollte früher ins hotel zurück. ich bin dann mit moritz noch in eine japanische sushi karaoke cocktail bar und haben efes bier getrunken. die sind echt hart drauf…

hinter chabarowsk hatten wir dann endlich mal riichtig pech mit dem wetter. bisher hatten wir zusammen weniger als 3 stunden regen auf der ganzen fahrt. aber das hat sich heute verdoppelt. nach 3 stunden dauerregen, teils heftig, waren wir alle recht feucht und klamm. andreas wollte eine gastiniza aufsuchen, die es auch zum glück in der nähe gab. geführt von 2 frauen, eine in uniform mit namenschild und blutgruppe aufgedruckt. mit der fangen wir besser keinen streit an dachten wir uns gleich.
in der gastiniza waren auch eine gruppe von landvermessungs-engineers. die konnten recht gut english. waren von unseren bikes total angetan. jeder wollte mal draufsitzen
dann noch abends lange geschwätzt und bier getrunken. die arbeiten meist ein halbes jahr mit ihren trimble gps im outback und vermessen die gegend, sind dann ein halbes jahr zuhause. wer gerne hardcore outdoor aktivität mag, für den ich der job super. die bilder die sie uns gezeigt haben wie die mit panzer, allrad autos, quads etc durch die wildnis preschen waren schon beeindruckend.
dann meinte einer er hätte sogar einen deutschen getroffen, der mit dem radl von WW nach irkutsk fährt. und er wäre sogar scon über 60…. ich kramte schnell durch meine digicam und zeige das bild vom christian. tatschächlich kannten die ihn auch. ist die welt hier klein :)
die landvermesser hatten mobiles internet. da das wetter draussen immer noch sehr nass war, haben wir die vorhersage runtergeladen. die nächsten 2 tage angeblich sonne und warm. war es auch :) ))

die strasse zw chabaroswk und WW teils wieder richtig kaputt. oft festgefahrener matsch übersät mit fussball grossen löchern. wie schaffen die nur sowas?
mittlerweile geht meine kamera nur noch sporadisch. alles voll staub und dreck. so wie der rest von uns.

unsere tachos gehen mittlerweile sehr vor. bei meinem wusste ich dass die angezeigte geschwindigkeit je nach tagesform sehr variert. wenn ich hinter andy fuhr kam mir die geschwindigkeit irgendwie langsamer vor. wenn ich vorfgefahren bin im “gewohnten” tempo ist andy immer zurückgefallen. hab mal das gps ausgepackt und siehe da. unsere geschwindigkeit ist um gut 8 kmh gesunken. andy glaubt das gps zeigt in russland bestimmt falsch an ;) ich besorg mal 2 digitale fahrradtachos :o

die anfahrt in WW rein haben wir uns anders vogestellt. über 20 km stau. nur baustellen. heiss und stickig.
recht schnell vladmoto von den irontigers gefunden.
war aber keiner da. war ja auch sonntag nachmittag. beim michail angerufen, ging aber keiner ran. dann hörten wir hinter der dicken stahltür eine band proben.
in einer pause mal geklopft und tatsächlich ging die tür auf. der bassist konnte etwas englisch, rief bei michail an, dasd wir deutsche sind und ohne uns zu kennen bekamen wir einen schlüssel der kompletten motorradwerkstatt (in dem mind. 60 motorräder stehen, teils neue japanische modelle) und der bassist erklärte uns kurz wo wir auf dem boden schlafen können und die das schloss und klo funktioniert. dann haute er ab und wir waren alleine. :o
stellt euch vor nach deutschland kommen 3 russen auf bikes und der yamaha händler gibt einem sonntags die schlüssel zur werkstatt und sagt fühlt euch wie zuhause, ich kommen morgen mittag mal vorbei….

die irontigers sind hier alle mehr als hilfsbereit. wir können hier umsonst so lange bleiben wie wir wollen sagte michail, alias pirat, president der tigers.
stimmung ist gut, kommt vor dass man aus versehen bier auf den schuh gekippt bekommt, oder man mal einen orig stahlhelm mit SS zeichen anziehen darf…oder jemand mit fettigen fischfingern die landkarte befummelt (das waren die vermessungs-engineers) über sowas muss man halt stehen. die landkarte brauchen wir eh nicht mehr. sind ja da ;)
über der stadt fliegen ständig kampfjets und setzen zur landung an. SU-jets sagte einer. viele der biker hier sind beim militär, oder mal gewesen.

hab mal meinen bremszug getauscht und die vorderradbremse etwas gereinigt. konnte hier frei all sein werkzeug benutzen. (beim abstellen ist die bullet vor ein paar tagen auf schlechtem untergrund gegen einen leitspfosten aus stahl gekippt und hat den bremszug geknickt)

wladiwostok ist eine echt nette stadt mit fiesem dauerstau. schöne strände, netter bautstil, alle frauen laufen mit pfennigabsätzen rum. ne kugel eis bei baskin & robbins kostet 2 euro… ne andere welt hier. man sieht auch fast keine chinesen.

und jetzt die schlechte nachricht:
ludmilla von fesco lines, die die verschiffung übernehmen wollte wiill uns nicht helfen. angeblich versenden die nach usa nur commercial goods. hier wurde uns empfohlen nach korea mit der fähre zu fahren und von dort aus die bikes zu verschiffen. soll in korea einfacher gehen. haben uns schon überlegt mit der transsib und motorräder nach moskau zu fahren und von dort aus nach hause, aber dafür ist die zeit etwas zu knapp…
das land ohne bikes zu verlassen geht nicht weil sie in unsere pässe eingetragen sind.

wenn jemand ne gute idee hat, dann her damit.

bilder folgen …

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800KM vor Wladiwostok

nach den 3-4 tagen auf olshon sind wir auf dem rückweg nochmal nach irkutsk um im baikalhostel eine nacht zu verbringen. da sie recht voll waren, hat die angestellte dort schnell noch die möbel umrücken wollen und mir dabei die kommode gegen meinen grossen zeh geschoben. dabei hat sich der nagel komplett gelöst und meine “weissen” schicken socken waren voller blut, hat nebenbei auch wirklich weh getan. die erste verletzung. und das nicht im schotter sondern beim möbelrücken ;)
immerhin habe ich als wiedergutmachung ne tafel schokolade bekommen. und die russen betonen ja stets ihre schokolade sei besser als unsere.

im hostel haben wir dann zufällig zum 3. mal den peter aus wien getroffen ;) er wollte noch mit mir auf kneipentour gehen, aber ich musste mein fuss hochhalten. er ging alleine und kam erst um 9 uhr nächsten morgen wieder :)

die auspüffe unserer bullets klingen mittlerweile dermaßem gut, dass vor allem in ortschaften und städte sämltiche wegfahrsperren und alarmanlageng der autos im 5-10 meter umkreis losheulen :)

andreas hat seine mittlerweile 32000km alten kontakte getauscht. jetzt scheint auch der leerlauf wieder richtig zu funktionieren.

nach irkutsch wurde es sehr bergig. ich musste sogar mal in den 3. gang zurückschalten. die arme mz hatte arg zu kämpfen.
auffällig ist, dass die verkäufer am strassenrand immer geballt das gleiche verkaufen. es gibt entweder nur erdbeeren, waldbeeren, hüte, birkenzweige, honig, maischips… so gut wie nie eine auswahl. oft stehen auf 100 meter 25 leute die ihre erdbeeren verkaufen. dann gibts nix anderes. schon doof. hat so was von kommnismus ;)
wäre jemand clever würde er dann in der erdbeermasse zb. birnen verkaufen.

wir haben von dem motorradclub iron tigers in wladiwostok erfahren, dass vom 5-9 aug dort ein sehr grosses bike festival in fokino ist. mal sehen ob wir das schaffen.
hab irgendwo gelesen, dass man den kontakt zu den tigers nicht suchen muss… die finden einen schon in WW.
genauso wie eine biker gruppe auf dem heimweg nach krasnojarsk. die sind immer extrem interessiert an uns und bieten jegliche hilfe an. machen fotos, schenken immer etwas (meist russische anstecker)…

wir haben beschlossen einen tag nach arschan zu fahren. ein luftkurort mit heissen quellen im tunga valley. kaum im valley angekommen wurden wir von polizisten oder rangern angehalten und jeder durfte 50 rubel bezahlen. angeblich eintritt für den national park. gab immerhin ein pamphlet dafür.
das tunga valley ist recht ruhig, ärmlich, sauber und hat was von österreichischen alpen. 3000m hohe berge. die kühe haben null respekt vor autos, noch deren hupen. die stehen einfach auf der strasse rum, liegen sogar beim wiederkäuen. selbst wenn autos anbrausen drehen die noch nicht mal den kopf. wenn die dann hupen, schaut die kuh zwar hin, bewegt sich aber immer noch nicht. geht also nur drumrum fahren. obwohl auf unsere cow-horn gibts schon ab und an ne kleine regung.
die kühe wissen schon, wer dort chef ist.

arschan ist ein kleines kaff am berg, voller russische touris, dreckig, langeweilig und naja. zum wandern bestimmt nett, mehr aber nicht. haben uns eine nacht eingemietet. den andre aus wladi wostok getroffen. er war mit seiner afrika twin da. und erzählte uns von der “strasse” zw chita und WW. irgendwie nicht das was wir hören wollten, doch dazu später noch mehr.
ich hab mir auf den dortigen china-flohmarkt noch einen nierengurt aus kamelhaar gekaufen. made 100% in mongolia.

russischer brauch ist es an pässen immer geld aus dem auto zu werfen. auf den passstrassen liegt dann immer unmengen an münzen. teils 10 rubel münzen. und die bleiben auch liegen. man läuft stellenweise auf geld rum. auch auf rastplätzen oder quellen findet man oft opfergaben. sei es brot, münzen, visitenkarten, vodkaflaschen…

es war recht kühl an der strasse südlich des baikalsees.
dort ist mir auch die kette gerissen. und zwar dieses dämliche halb-glied welches nur indische bullets brauchen weil die kette sonst zu kurz ist. zum glück lag die kette auf der strasse und nicht verkeilt am getriebe.
das halb-glied war hinüber. und ich hatte kein 2. dabei. der kettenschutz war total verknickt und verkeilt zw. schwinge und hinterrad. ich hatte ein normales kettenschloss dabei und probierte ob es auch ohne halb-glied passt, da die kette ja shcon ordentlich gelängt war. tatsächlich konnte ich das halb-glied weglassen. nach ner guten stunde konnten wir weiterfahren. das verbeulte kettenschutz hat andy schonmal etwas gerichtet, aber es war mehrfach gebrochen. also mitgenommen zum reparieren sobald sich die gelegheit ergibt.
als wir ca 120 km vor ulan-ude ins landesinnere abgebogen sind stieg die temperatur sprunghaft von etwas unter 20 grad auf über gefühlte 35 grad :)

vor ulan-ude haben wir nach über 9000km den bullets einen ölwechsel spendiert. und den luftfilter mal ausgeblasen. leider hatten die kein schweissgerät, sonst hätte ich mich auch mal um den kettenschutz gekümmert.
ulan-ude ist echt dreckig. eine fabrik mitten in der stadt, so wie es von der umgehungsstrasse aussah. nach ulan-ude wurde die landschaft wieder ganz anders. erst am fluss entlang, dann viele hügel und berge wie in hochschwarzwald. (andy meinte es sieht aus wie auf der schwarzwaldhöhenstrasse, nur ohne autos und menschen) dann aufeinmal steppe mit riesigen weiten und leichte steigungen… so weit man schauen konnte einfach nichts. dann wieder wälder und die transib querte mehrmals. und heiss. über 35 grad. schöne strassen, kaum verkehr und nur alle 2-3 km grosse schlaglöcher. als reminder…you are in russia ;)
und viele insekten. im ca. 30 sekunden takt wird man getroffen.
riesige teile der wälder sind hier halb abgebrannt. aber ist ja gut für die natur.

die bullet braucht nun ca 3.2 liter/100 km. jede kerbe der düsennadel entspricht ziemlich genau 0.5 liter. erstaunlich.

vor chita haben wir den christian aus dessau kennen gelernt. wir waren uns gleich sympathisch. er fährt auch eine rohloff 14-gang nabe und komplett ungefedert. fährt gerade von WW nach irkutsk. mit seinem rad welches rasputin heisst. (wie war das lied von boney m. russians greatest love machine ;) )
das rad wiegt knapp 20 kilo. dazu kommen noch 55 kilo gepäckt. also total ca 75 kg. ich konnte rasputin wirklich kaum heben.respekt. christian schwärmt von russland. und hat schon viele ecken dieser welt befahren. und hinten hängt immer eine sonnenblume. die seiner theorie nach ihm im rauen strassenverkehr hilft. die theorie ist wirklich interessant, würde aber den text hier sprengen. :)
bei der verabschiedung meinte ich er solle doch mal island mit dem rad erkunden. doch da war er schon :;)

bei der zeltplatzsuche bekommen wir wir mittlerweile ein gespür für moskito-frei ecken. die letzten nächte hatten wir kaum moskitos…. dafür aber mal grashüpfer (die beissen hier auch) und ameisen. die beissen sogar da wo es richtig weh gut :o aber auch das bekommen wir in den griff.

vor chita haben wir an einer “autoreparatur werkstatt” halt gemacht um meinen kettenschutz und andys gepäckträger zu schweissen.
die 2 arbeiter dort haben sofort alles liegen gelassen und sich um uns gekümmert. dem einen zeigte ich mein verbeulten und gerissenen kettenschutz und wollte nur fragen ob er das hinbekommt und er nahm es in die hand und fing sofort an zu dengeln. an allen möglichen improvisieren stellen: schraubstock, betonboden, anhängerkupplung und abschleppöse eines lkw. hat er recht gut hinbekommen und geschweisst (besser gesagt gebraten) auch. meist ohne schutzbrille, im t-shirt und sandalen.
dem andy wurde auch sein gepäckträger gebruzzelt und mehrfach geflext. bischer hält es. mein kettenschutz sieht nun eher rustikal aus ;)

die landschaft vor und nach chita wechselt ständig. vor chita viele exakt runde seen gesehen. evtl krater?
landschaften wechseln von mongolisch ähnlicher hochsteppe, schwarzwald, mischwälder, birkenwälder, kieferwälder, endlosweite naturwiesen, flache hügel und schroffe bergflanken. (wieder mal ideal zum drachenfliegen ;) )

hinter chita liess die cafe, produkti (so heissen die tante emma läden) und tankstellen dichte rapide nach. waren es vorher so alle 15 bis 20 km, so kann man jetzt eine null dran hängen. und prompt wurde unser benzin knapp. bei der überlegung ob wir 30 km zurückfahren oder in ein kaff abseits der M55 fragte ich einen geländewagenfahrer mit anhänger am strassenrand. er erklärte mir die nächste tanke sei 250 km weiter. aber er hätte ja etliche kanister sprit dabei, die er uns zu einem guten preis verkauft hat.
mit vollen tanks gings dann weiter :)

die bullets und mz fallen hier wirklich positiv auf. mind. jeder 2. hupt oder winkt. vor allem die strassenarbeiter sind immer sehr angetan von unserem erscheinen. und wenn man mal anhält wird man, wie immer, zugelabert… obwohl wir ja sagen wir verstehen nix. juckt die gar nicht. und stellen fragen über fragen ;) egal ob wir antworten oder nicht. nett sind die russen fast immer. wenn auch manchmal arg betrunken oder nervig. die meinen es nur gut mit uns.

auf den schotterpassagen hier fühlt man sich auf der bullet so richtig unbesiegbar. man gleiten (oder rüttelt) mit 60-80 über die piste, hinter einem staub und die sonne. vor einem endlos schotter und der eigene schatten :) bäume ziehen links und rechts vorbei. und die arbeiter am rand freuen sich wenn die bullets ballern *g

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Es läuft! Tagebuch Nr.3

die landschaft vor krasnojarsk wurde richtig hügelig, fast schon gebirgig. hier stehen sogar ski sprungschanzen am berg. ist ja auch lang genug im winter kalt hier
in krasnojarsk hatten wir einen kontakt vika. sie sollte uns die stadt zeigen und unterkunft besorgen. in der stadtmitte am clocktower getroffen. erster vorschlag war das zentrale haupthotel. die wollten 120 euro pro person. dann hat sie rumtelefoniert und wir sollten mit ihr zu einem vermietungsagenten fahren. da ihr auto aber woanders geparkt war und wir den weg nicht kannten, enschloss sich vika hinten auf der bullet mitzufahren. sie meinte es war ihre erste und wohl auch letzte motorrad fahrt ;)
endlich am vermittler angekommen (im 4 stock eines plattenbaus, selbst die einzelnen stockwerke hatten dicke stahltüren) war dann irgendwie alles komplizierter als gedacht und wollten geld im voraus. dann die bettwäsche bekommen und dann gings wieder durch die stadt zu dem 3 zimmer apartment. Andy wurde schon leicht ungeduldig, weil in der ganzen zeit hätten wir schon längst das cool tipi irgendwo aufgebaut.
immerhin war das apartment gut und mit 50 euro noch günstig. ein nachbar meinte gleich die motorräder können nicht unbeaufsichtigt stehen bleiben. die wäre morgen weg, daher führte er uns zu einem enclosed parking. schon nett wie sich unbeteiligte um uns und unser hab und gut kümmern. bis wir dann schliesslich geduscht waren wurde es draussen schon langsam dunkel.
vika wollte uns entweder die stadt zeigen und was essen gehen, oder zu einer geburtstagsparty von freunden mitnehmen. wir entschieden uns für letzteres, da sie auch sagte die wären alle unser alter, allerdings hätten alle übersinnliche fähigkeiten/ 6.sinn aber wir sollten uns davon nicht stören lassen…
die personen dort waren schliesslich alle über ca. 60 ;) bekamen gleich essen und selbstgemachten kirschwein serviert.
dann wurden wir alle energie-schwingungstechnisch untersucht und bekamen einige lebensweisheiten mit auf dem weg. vieles stimmte sogar :)

am nächsten morgen noch zum china market 3 moskito hüte gekauft, ne stunde im stadtverkehr gesteckt und dann weiter richtung irkutsk

bei novosibirsk etwa habe ich die nadel meines vergasers etwas tiefer gehängt. hatte ja immer das gefühl sie läuft zu fett. davor hatte ich ja immer ca 3.8 liter verbrauch.
ich war überrascht, dass 2 nadel-stufen tiefer meine bullet nur noch 2.8 liter/100 km verbraucht hat. allerdings an heissen langen bergauffahrten merkte ich leichten leistungsverlust und ab und an auch minimales klingeln vom motor. hab nun die nadel auf stufe 4 und denke der verbraucht sollte sich bei 3.3 liter einpendeln. bin mal gespannt.

was ich kürzlich noch über die guten strassen in russland gesagt habe nehme ich jetzt alles wieder zurück!
in kansk haben die zwar genug geld für ein MIG jet geschwader, aber nicht für strassen, geschweige denn eine gescheite ortsumgehung. wir waren es ja gewohnt, dass die ortsumgehungen sehr grossräumig verlaufen, aber in kansk war der hammer. die umleitung wurde einfach zum schlechten waldweg. und das über 20 km. und danach bis Uk bestand die strasse aus schotter, baustelle, matsch, umleitung, usw. zwischendrin immer wieder mal 5 km beste strasse, dann plötzlich nur schlechter schotter.
unglaublich. dem moritz hats ein teil des rücklichts abvibriert, bei mir sind beide gabelsimmeringe am ölen, andy hat einen riss am gepäckträger, bei mir fängts auch schon an, sowie ein kl riss am kettenschutz.
wenn dann noch lkw verkehr dazu kommt wirds wirklich gemein. sand überall, in den zähnen in der kamera, augen, nase, ohren, klamotten, visier von innen verstaubt, kaum sicht, meist weniger als ein lkw lang ist, wenn man dann überholt kann man nur erahnen wo das nächste schlagloch wartet, dazu kommt noch gegenverkehr und ausscherende/ausweichende lkws…. ein traum ;) überholt wird wo es nur geht.
der verkehr ist ne mischung aus indischem und frankfurter innenstadtverkehr bei der fussball WM.

ich glaub die russen bauen manche strassen folgendermassen:
mit kettensäge wird eine schneise in den wald geschlagen. dann fährt 2 mal ein panzer drüber, der rest fährt sich von den lkws fest und glatt. manche “bodenwellen” oder schläglöcher sind so tief, dass ich manchmal das nummernschild vom vorausfahrenden moritz nicht mehr sehen kann…

die freundlichkeit der bedienungen in restaurants, cafes und märkten lässt oft zu wünschen übrig. die mussten sowas ja auch früher nicht lernen ;)
wollte zb letztlich ne flasche bier kaufen für 65 rubel. zahlte mit 100, aber sie wollte es passend. hatte es wirklich nicht passend, da meinte sie niet und nahm das bier halt wieder zurück. ohne auch nur zu versuchen das geld zu wechseln.
man muss aber auch sagen das einige sich hier wirklich mühe geben und extrem nett sind.

unsere russisch kenntnisse werden immer besser. ich kann schon die ortsnamen und strassenschilder im vorbeifahren entziffern. die meisten vegetarische gerichte kann ich auch schon auswendig.

ab Uk wurde die strasse wieder gut. landschaft bis irkutsk sehr schön.
dort 2 tage im baikal hostel übernachtet. dort den peter, ein wiener, getroffen. da er viel reist und oft schon in indien war, kannte er gleich unsere bullets. peter hat mir noch einen minischlafsack geschenkt. er hatte einen übrig. und da meiner meist zu warm ist, und wenn ich den offen lasse die ganzen moskitos reinkrabbeln und mir das leben schwer machen war ich sehr dankbar.

haben uns dort etwas um die bullets gekümmert. fast einen tag damit verbracht ne neue batterie für andys bullet zu kaufen. sie war trocken und lieferte unter last nur noch 5 volt. auch probiert seinen leerlauf in den griff zu bekommen. der geht ja, wiegesagt, oft nicht runter. haben vergaser und zündung getauscht, half beides nicht. seltsam….
hab noch wäsche waschen lassen. kostet allerdings 2.50 euro pro kilo, also nur das wichtigste ;) leider wiegen die die wäsche vor dem waschen. danach wäre sie bestimmt deutlich leichter ;)

zuhause angekommen hatte die neue batterie nur 10 volt. ärgerlich. haben das notebooknetzteil etwas modifiziert, und damit die batterie mal nachgeladen. scheint so als ginge es jetzt.

dann gings auf die schamanen insel olschon. ich konnte meinen augen kaum trauen wie schön die gegend nordöstlich von irkutsk war. paradiesische steppenlandschaften. wilde pferde, weite ohne ende, gute strasse mit wenig verkehr. hügelig, etwas kurvig und einfach perfekt. die bullets ziehen hier jeden berg hoch, die mz muss oft zurückschalten. will hier gar nicht mehr weg. weiter gings zur fähre.
die letzten 30 km sind weitestgehend übler schotter, mit wellblech, was noch bei 80 alles durchvibriert. man konnte aber 100 meter neben der strasse fahren auf teils single trails, die sehr glatt waren, das ging dann, wenn man auch aufpassen muss keine welle zu übersehen oder die kurve zu verpassen.
bei der fähre gleich vorgedrängelt und waren überrascht. sie ist umsonst :)

auf olschon angekommen und die landschaft wurde noch besser. ne mischung aus schottland, borkum, südafrikanischer steppe und norwegen. kenne irgendwie keine landschaft die mit besser gefällt. würde am liebsten hier bleiben. was will ich denn in wladi wosktok?
im einzigen ort hier auf der insel in ein holzhaus eingemietet. den peter wieder getroffen. dann noch ein paar spanier, jemand aus hanau, kevin aus kanada, noch eine österreicherin und viele bier später hatte ich mühe im stockdunklem unser gasthaus wieder zu finden. gibt hier keine strassenlichter und musste mich tatsächlich nach den sternen orientieren. die meisten hier nächtigen im nikita. ein komplex aus kleinen hütten, wo sich alle hippies etc treffen. ganz nett aber wir sind dann nach norden gefahren und haben unser zelt auf einer anhöhe an einer bucht aufgebaut. beste sicht, windgeschützt, keine moskitos, feuerholz, kaltes trinkbares baikalwasser. bestes wetter.

die berge hier sehen sehr drachen und gleitschirm tauglich aus. viele klippen und hügel. viel platz zum soaren. die klippen gegenüber der insel wo wir grad zelten sehen aus die die kreide klippen von dover. da ist eine bestimmt 100 km fliegbare kante.
gibt sogar einen kleinen flugplatz auf der insel.
will hier bleiben :)

meine tankdeckeldichtung ist vor altersschwäche kürzlich eingerissen. so dass bei den holprigen strassen hier und vollem tank immer benzin raussabbert. sieht lecker aus, das gemisch von sand, staub, toten fliegen und benzin auf dem tank. habs vorhin geklebt. sollte helfen.

ganz nach norden auf der insel haben wir es noch nicht geschafft. ein teilstück (200 meter) ist tiefer feiner sand. mit gepäck haben wir uns da festgefahren.
vielleicht probieren wir es heute ohne gepäch nohcmal…
hier sind wenige menschen. baikalsee und umland werde ich sicherlich nochmal besuchen.
wer will mit?

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Tagebuch die 2te

kaum habe ich gesagt, dass die bullets super laufen ging nach veliki luki meine bullet immer öfters beim beschleunigen aus,vor allem im unteren drehzahlbereich.
neue zündkerze oder verstellung des zündzeitpunkts brachten wenig. änderungen am vergaser (zb nadel umhängen oder mit choke fahren zeigten besserung oder verschlechterung) kurz vor moskau wurden die aussetzer dann immer schlimmer und wir hielten an um das problem zu beheben. da änderungen am vergaser etwas bewirkten haben wir den erstmal gereinigt und überprüft. hielt nichts. ansauggummi getauscht… schwimmer kontrolliert, sogar den vergaser getauscht half alles nnicht, änderte nur die art des aussetzen.
andreas, verfechter der mechanischen kontaktzündung, grinste schon, weil er eine kaputte zündbox vermutete. ich als verfechter der kontaktlosen elektronischen zündung wäre natürlich tief gesunken ;)
ich hatte ja eine ersatzbox dabei, die ich dann tauschte. problem war etwas anders, aber immer noch im prinzip gleich…. jetzt wurde sogar ich gefrustet…
dann noch kerzenstecker gewechselt und als allerletztes die zündspule (fängt ja auch mit Z an, macht man bei der alphabetischen fehlersuche ja auch als letztes) ;)

und die zündspule war es dann :) hat nur gut 3 stunden gedauert… rückblickend hatte die zündspule schon seit dem iran eine macke, und ich schob den fehler immer auf die mechanische kontaktzündung/verstellung. ging im stand aus usw…
jetzt läuft sie jedenfalls wunderbar mit ner z+ndspule irgendeiner 125er. jetzt ist der leerlauf so stabil und tief wie noch nie. und zieht gut durch und läuft fast vibrationsfrei zw 80 und 90 , war ich von meiner bullet nie in der art gewohnt :)

die landschaft war bis weit hinter moskau sehr eintönig. eigentlich nur wald. noch nicht mal ne wiese oder stadt liegen an der strasse. strassen meist schlecht, aber für die bullets kein problem. verkehr teils katastrophal und die lkws rußen wie in shekupura. wir hatten ja die hoffnung es wird irgendwann besser.

die mz ging vor nischny nowgorod irgendwann nicht mehr an. minimales nachstellen der kontakte half zunächst.
aber hinter nischny nowgorod ging moritz seine mz einfach an einer ampel aus und nicht mehr an.
andreas war schon vorgefahren und ich schob mit dem moritz die bikes auf die seite. batterie schien leer.
20 meter weiter war jemand auf einer umgebauten chopper ural und wollte grad ankicken und losfahren. als er sah, dass wir ein problem hatten kam er sofort zu uns rüber und stellte sich vor als anton, mit freundin katja.
nach ein paar minuten war auch andreas wieder da. recht schnell haben wir festgestellt, dass eine der 3 zellen der 6 volt batterie einen kurzschluss hatte. mz vibrieren halt doch ;)
anton führte schnell ein paar telefonate und sagte wir sollten eine stunde warten. er fuhr los mit dem chopper. (ohne licht, vorderradbremse und verkabelung! er baut noch an ihr und hat seit dem rohbau erst 40 km gefahren.)
tatsächlich kam er nach ner guten stunde wieder, mit einem kollegen der zwei 6v batterien dabei hatte, sowie schwefelsäure in einer cola pet flasche. die eine passte tatsächlich genau und das problem war schnell behoben. 500 rubel waren auch günstig für den allround comfort service ;)
ich musste gar nicht gross fragen wo wir hier zelten können, da lud uns anton schon ein zu seiner datscha. er besorgte noch brot, würste, bier und chips und wir grillten im völlig verwildertem garten. es kamen noch 2 freunde und dann erfuhren wir, dass katja und die andere frau in einer batterie fabrik arbeiten! wie oft passiert es in russl.and, dass einem die batterie verreckt und 20 m weiter ne frau wartet die in einer batteriefabrik arbeitet?
anton war supernett. ich hoffe mal er kommt uns in deutschland besuchen.

bei kazan sind wir einen recht üblen weg zur wolga runtergefahren und haben dort mal kurz die füsse nass werden lassen.
um und hinter kazan wurde die landschaft viel abwechslungsreicher. voher gab es ja wirklich nur wald, von dem man nur die 3 bäume links und rechts der strasse sehen konnte, da alles flach. jetzt gab es viele seen, bessere strassen mit viel weniger verkehr, hügel, weite wiesen. wie in schweden oder usa. eine echte bilderbuch traumlandschaft… steppen und prairie mässig.
hier wirkt auch alles viel sauberer und gefplegter. man sieht sogar skilifte und nachgebaute skidörfer im blockhaus stil.
die landschaft zw. kazan und ekatarinenburg ist traumhaft schön. das uralgebirge ist allerdings unwesentlich höher als odenwald oder taunus.

bei naberezne celny haben wir uns zum ersten mal etwas verfahren. dafür aber den bisher schönsten platz zum zelten gefunden. und ohne mücken :) und noch iner eule beim jagen zugeschaut. die mücken können hier sonst oft so richtig nervig werden. die würden einem sogar ins auge stechen, wenn man sie nicht vorher zu macht. nicht selten hat man nach wenigen minuten 10 beulen im gesicht. fragt bitte nicht wie der popo aussieht nach dem sch’*****… ;)
am nächsten morgen gings eine extrem holprige strasse richtung M7 nach perm. da ging plötzlich für 2 sek der motor aus. dann wieder normal weiter. ich dachte schon, hoffentlich hats jetzt nicht was von der zündung abvibriert. und nach ca 2 km ging der motor einfach komplett aus. toll…hab nach zündkerze und funke geschaut, erst auch keinen gesehen, dann doch, und sie lief wieder, ohne dass ich was geändert habe…
nach 2 km wieder aus… irgendwie hatte ich das gefühl es ist was ganz banales. hab an allen kabeln gewackelt und sie lief wieder… beim fahren merkte ich dann, dass vermutlich nur der tank leer war. irgendwann trifft es jeden ;) jedenfalls hat sich die zündbox nach dem tanken wie von alleine reparieret *lol (aber hierzu später noch mehr)

aber das hatte auch sein gutes, denn sonst hätten wir denis verpasst…. als wir nach dem tanken wieder losfahren wollten kam dennis und sein freund auf uns zu. beäugten wie immer unsere bikes und fragten erstmal wie schnell. maximum speed. das fragen die meisten hier. und ob 2-takt oder 4-takt.
dann wo wir hinfahren. wladi wostok ist immer das zauberwort damit wir respekt bekommen, allerdings auch für total balla balla gehalten werden. denis fragte dann wo wir heute abend übernachten. wir wollten nach perm. ein paar handytelefonate später (die russen telefonieren ständig rum. beim tanken, fahren, shoppen, pinkeln usw) bekamen wir 2 nummern von mischa aus perm. wir sollten ihn an der grossen brücke anrufen, er sei auch biker.
in perm an der brücke halten ging wegen baustellen nicht, aber an der ersten ausfahrt bei der metro.
den mischa angerufen, er konnte ging tatsächlich ans tel und konnte ein paar brocken englisch. er würde uns in 10 min abholen. daraus wurde zwar ne stunde, aber er kam und nahm uns zu sein zuhause.

erstmal die doppelte tür geöffnet. von der er stolz behauptete die äussere sei 5 mm stahlplatte. und mit mind 3 teils 4-bolzige schlösser verriegelt. innen sahs wohl typisch russisch aus. aber 3 computer mit internetzugang.endlich konnten wir mal ein paar bilder hochladen, auch wenn es mit russischem windows gar nicht so einfach ist. deshalb wurden es auch nciht mehr als 3.
seine frau hat uns gleich lecker bekocht. und lange hat es nicht gedauert bis der vodka auf dem tisch stand. der russische wodka ist wirklich viel milder als das zeuchs was man bei uns bekommt. aber nach gefühlten 15 gläser macht der auch schwindelig. dann gabs noch selbstgemachten cognac oder sowas ähnliches. unterhalten haben wir uns mit händen und füssen und dem russki-germania lexikon. mischa fährt ne hayabusa und schwärmt davon, dass die 300 kmh schafft. auf welchen der 5 guten strassen in und um perm er sie ausfahren kann war uns nicht so ganz klar. vermutlich wegen dem ganzen wodka.
dann wurden die betten für uns freigemacht, mischa schlief auf der couch, seine frau glaub ich schief bei nachbarn. diese art von gastfreundschaft scheint in russland fast normal.
am nächsten morgen (bzw mittag) zeigte mischa uns kurz die stadt perm, seine honda hayabusa mit xenonlicht ohne nummernschild. auf anfrage wo sein schild wäre, meinte er, er fährt seit 4 jahren ohne nummernschild. das sei normal und kein problem. die polizisten schauen bei bikern eh meistens weg.
als wir am frühen nachmittag alles gepackt hatten wollte er schon bikerfreunde aus ekatarinenburg anrufen wo wir auch übernachten könnten. (wenn wir gewollt hätten, haäätten wir uns bestimmt so bis nach wladiwostok durchreichen lassen können) aber der wodka abend war schon etwas anstrengend und wir waren so spät, dass wir es sowieso kaum bis ekatarinenburg geschafft hätten. so gabs mitten im uralgebirge wieder eine angenehme nacht im zelt mit lagerfeuer und bier ;)

haben auch 2 biker aus karlsruhe und mettman getroffen. Mit transalp und afrika twin. Einer im schicken blau-roten lederkombi. Sind zum baikalsee gefahren um dort 3 tage zu verweilen. Sie waren grad aufm rückweg. Und vorhin ein pärchen im ifa w60 allradmonster aus gelsenkirchen. Die wollen damit in die mongolei…
die hatten auch vor dem ural gebirge einen unfall. die achse wurde dabei verschoben und die blattfedern sind gebrochen.
über die hiesige lkw werkstatt konnte er nicht allzuviel gutes berichten…
nach seiner aussage ist für die hier eine reparatur erfolgreich, sobald man aus eigener kraft den werkstatthof verlassen kann. was danach passiert ist zweitrangig….

weiter gings richtung tjumen und heute sind wir 300 km vor omsk. die landschaft wurde nach ekatarinenburg wieder flacher und eine rehct monotone abwechslung zw. birkenwald, landwirtschaft und naturwiesen…
die strassen hier sind zumeist gut bis sehr gut. allerdings wenn sie schlecht sind, dann richtig schlecht. und ein schlagloch oder bodenwelle die die bullet auf anschlag gehen lässt und mich ausm sattel hebt kann überall auf einem warten.
genauso wie der verkehr. meist recht wenig, aber wenn viel dann stocks und stinkts.

andis bullet hat ein kleines problem mit dem leerlauf. der geht nicht immer gleich runter und bleibt oft recht hoch. vermulich der mech. fliehkraft versteller. oft geht sie auch beim anfahren aus. vielleicht kann ich ihn ja überreden meine ersatz kontaklose zündung einzubauen ;)
dem moritz ist ein rohr am auspuff abvibriert.

wir haben mittlerweile 6 zeitzonen hinter uns gelassen, 3 sind noch vor uns. wir kommen super gut voran. warten aber noch auf das dicke ende.
rein rechnerisch müssten wir täglich 270 km fahren. das haben wir soweit jeden tag problemlos geschafft, oft 50% mehr. trotz der bisher recht übersichtlichen schrauberaktionen.

die wiesen hier sind alle voller leben. eine unglaublich vielfalt an blumen, gräser und tiere. und sehr farbenfroh…. violett, gelb, grün, braun und rote pflnazen schmücken die landschaft.
an den strassen sind sehr viele schilder und plakate mit aufschriften die natur, umwelt und brandschutz betreffen. immer mit individuellen, meist russki-comic style grafiken. scheint als ob der umweltschutz hier auch gerade ankommt. allerdings kann es vorkommen, dass man an einem waldparkplatz einen alten ölfilter und daneben ne öllache sieht.

bisher leben wir hier sehr günstig. mehr als 20 euro am tag geben wir kaum aus. einmal täglich tanken für 7 euro (hab ich schonmal erwähnt, dass benzin in atomwaffenländer immer günstig ist?) , und dann noch evtl 5-10 für essen. geschlafen wird im tipi, oder man wird eingeladen.
die bullets laufen nun gut und brauchen zw 3.7 und 4 liter/100km. und schnell genug, dass die ganzen käfer aus den naturwiesen gegen den bremgriff oder finger zerschellen und das ganze gesabber auf die hand spritzt oder den unterarm hochläuft *ihhh. gibt wirklich grosse käfer hier. meist fahren wir echte (gps) 80 km/h.

am strassengraben sieht man mind. alle 5 km kränze oder grabsteine. gibt einem zu denken.
überholt wird hier mit auto oder lkw als ob es keine nächsten morgen gibt. ob links oder rechts ist egal. ob einer von vorne kommt auch meist.

und das tanken hier ist auch nervig. man muss vor dem tanken bezahlen!!!!! was ein müll. und die wollen auch am liebsten wissen wieviel liter. was weiss ich wieviel in meinen tank reingeht….also erst reingehen, auf russisch sagen welche zapfsäule und wieviel oktan (76, 80, 92, 95 und manchmal auch 98 stehen zur auswahl), dann 500 rubel hinblättern. rausgehen tanken, dann wieder reingehen und wechselgeld abholen. und die ganzen getränke kühlschränke sind verschlossen. gehen erst auf wenn der verkäufer mit einer infrarot fernbedienung die türen freigibt.

wetter war bisher supergut. nur heute wurde es merklich kälter und es hat stellenweise leicht genieselt. vor einer woche war es hier noch 37 grad. vor dem uralgebirge sind wir im t-shirt rumgefahren . hier bei tjuma waren es nur 10 grad brrrrr.

Auffällig ist, dass die bierdosen/flaschen immer grösser werden je weiter wir nach osten fahren.
Erst waren es noch 1.2 liter, dann 2 liter, und gestern sah ich schon eine 5 liter bierflasche im kühlregal. mal sehen ob ich dazu weiteres positives berichten kann :P

die stechmücken werden auch immer aggressiver je weiter wir nach osten kommen. ob es da einen kausalen zusammenhang mit den bierflaschen gibt?
mücken stecken bevor sie gelandet sind. der stechrüssel kommt sozusagen zuerst, nicht wie die deutschen mücken, die erstmal rumtasten wo es sich am besten stechen lässt. die letzten beiden nächte haben die uns wirklich den schlaf geraubt. das tipi ist wohl doch nicht richtig mücken-dicht. wir werden uns morgen mal nach moskitonetzen umsehen. und das tipi etwas anders aufbauen, damit die nicht durchs gras am rand rein können. 40 mücken im zelt sind sehr uncool. und die fliegen auch ins auge, nase, ohr und krabbeln in den schlafsack. grrrrrrr. dazu kommen noch die schlimmeren bremsen und minimücken.
autan heisst hier in landessprache moskito repellent. das hiesige soll ja auch helfen.

seit donnerstag ist das wetter deutlich kühler geworden. nachts hat es oft geregnet. beim fahren hatten wir fast immer glück. nur 2 kurze schauer abbekommen. trocken geblieben…
wir mussten uns durch den schlamm vom “zeltplatz” zur strasse zurück kämpfen. waren voll matsch.
bevor ich in eine tankstelle ging machte ich mir die schuhe an einem bordstein sauber. wollte ja nicht den ganzen matsch dort in den verkaufsraum tragen, doch da kam glecih ein “tankwart” und machte mich sehr dumm an warum ein seine bordsteine verschmutze…ich glaub sogar der wollte mich schlagen.

samstag 10. juli. sind kurz vor novosibirsk. wir sind gerade in einer gastiniza abgestiegen. haben die 6000 km geknackt. haben somit fast die hälfte geschaft.
gestern 2 lkw unfälle gesehen. ich wundere mich nicht mehr unfälle zu sehen…
erstaunlich ist auch was sich hier so alles in den teer-strassenbelag einfährrt: schrauben, bremsbacken, scheibenbremsen, abspanngurte, sogar ein teil eines kardangelenks war schon in der stasse eingefahren. könnte ich immer rechtzeitig anhalten, würde ich einen bilderband machen… schraubenzieher habe ich auch gesehen.

die gegend um und ab novosibirsk ist wieder super abwechslungsreich und schön geworden. viele hügel und kurvige strassen, mit kleinen alten holzhäusern hier und da.
generell sind die strassen (ausser um moskau) hier sehr sauber. die böschung wird immer gemäht und sauber gehalten. lediglich die rastplätze mutieren zu müllkippen.

in novosibirsk hielten wir an um nach moskitonetzen zu schauen.
gabs wieder mal keine im shopping center. ich versuchte es im baumarkt und die hatten nur 1. für 400 rubel. und ein mini 1-mann zelt für 500 rubel. das kaufte ich dann auch. obwohl 2 meter draufstand ist es nur 180 lang. also leicht zu kurz. geht aber, und man kann die sterne und satelliten nachts vorbeiziehen lassen. und absoluten mückendicht. welch eine wohltat.

auf der hauptstrasse haben wir an 2 tagen 3 mal die gleich trickbetrüger gesehen. haben immer auto mit englischen, litauischen, französischen oder italierenschen kennzeichen, immer 2 autos auf einmal und winken wild man solle anhalten und helfen. vermutlich wollen die nur geld schnorren. und dann 1 km weiter auf der gegenfahrbahn genau das gleich spiel… looser. ;) wer anhält doppelt looser ;) )

heute ist montag der 12.juli. sind kurz vor krasnojarsk. wetter wieder bestens seit sa/so. wenn überhaupt höchstens mal einen kurzen mini schauer. fast immer führte die strasse an den schauergebieten vorbei. nur mit dem ständigen regenklamotten an und ausziehen war etwas nervig. hat man sie an isses trocken und…
und ich liege in meinem neuen zelt :) stolz wie oscar.

die polizei steht relativ häufig an der strasse mit radarpistolen. meist um grössere ortschaften. zu schnelles fahren soll aber nur 300 rubel kosten (8 euro) wir wurden bisher nur 2 mal kurz rausgewunken. weil moritz mit der 6 volt mz meist ohne licht fährt. sind immer nett und sagen wir sollen mit licht fahren. kostet auch nix ;)

unser tagesablauf hat sich ganz gut eingependelt: morgens zw 7 und 11 aufstehen. zelt abbauen, packen, losfahren, fahren, wald sehen, fahren fahren, essen, tanken, fahren , abfahren innen wald zum zeltplatz suchen, zelt aufbauen feuer machen, essen kochen, bier trinken, einschlafen… :)

heut mal spass beim tanken gehabt.
war eine uralt tanke mit zapfsäule die keine digitalanziege hat, sondern einen analogen zeiger. wie in den alten us-filmen.
naja. zapfpistole rausgenommen. auf den reset knopf gedrückt und schon schoss in einem hohen bogen ein mind 5 meter weiter strahl über die bullets auf der vorhof. bis ich kapierte, dass die arretierung noch drin war und ich nochmal die pistole drücken musste waren bestimmt schon 3 liter schön verteilt. glaub ich hab dabei verdammt dumm und verdutzt geschaut.

hab heute gemerkt, dass meine bullet gelegentlich einfach ausgeht, dann wieder ganz normal an. liegt am zündschloss. das spinnt manchmal. werden wir morgen mal zerlegen und reinigen.

die strassen sind generell viel besser als erwartet. und die landschaft abwechslungsreicher als gedacht, oft sogar richtig schön. wie im bilderbuch. und wenn man dann noch glück hat und am wald einen zeltplatz ohne mücken erwischt könnte man es fast paradies nennen :P

die russen sind auch alle sehr hilfsbereit und freundlich. oft ist man sich unsicher, einige sehen schon wenig vertrauenserweckend aus, aber nachdem man erklärt hat woher man kommt und wohin man will ist der bann gebrochen. nur reden die dann ständig und fragen viel zu viel, obwohl wir denen erklären wir verstehen nichts weil aus germania. ist denen egal, die reden munter weiter. 20 minuten am stück ist keine seltenheit.
und sie winken uns aus dem auto und vom strassenrand immer zu. so 3 oldtimer motorräder mit gepäck fallen hier schon sehr auf. der auspuff wohl auch ;)

bald sind wir in krasnojarsk und dann am baikalsee…

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nachträgliches Tagebuch

samstag früh…
Andy und Moritz kamen etwas später als geplant, da sie noch mit einer umleitung in gernsheim zu kämpfen hatten. Was mir auch sehr recht war, da ich noch am packen war. Just in time as usual.
Böse zungen aus seiner familie haben gewettet, dass die bullet und mz es noch nicht mal über den rhein, geschweige denn nach polen schaffen…. Kann ich schonmal vorweg nehmen. Alle wetten verloren ;)

Dann noch kurz zu tune up in darmstadt eberstadt. Patrick Gelbarth hat mir noch einen ersatzreifen bestellt. Den kurz festgezurrt, verabschieden, witze gemacht ab wann ne bikertour weit ist oder nicht und dann recht unspektakulär auf die A5 und A4 richtung chemnitz.
Fast ne stunde gebraucht um den campingplatz rabenstein zu finden….(und wir wollen wladi wostok finden ;) )
Dort das ultracoole tipi zelt vom andy aufgebaut. Geht superschnell und hat platz ohne ende. Davon wird bestimmt noch mehr berichtet.

Tags drauf rein nach polen richtung nordost. Die strassen alle etwas triste und langeweilig. Die landschaft unspektakulär und alles etwas verkommen. Aber dafür gut kilometer gemacht und abends im wald das tipi aufgebaut. Nachts noch von wildschweinen besucht worden und ein reh.

Nächsten tag ein paar hinterland strassen benutzt die auch landschaftlich etwas netter waren.
Allerdings kam ich mir in polen eher wie in frankreich vor… geschäfte wir intermarche, bricomarche, kaufland und media markt taten ihr übriges ;) hat nur noch ikea gefehlt, oder war das auch da?

Dort auch gleich den ersten crash gebaut: andy als erster bremste um in einer seitenstrasse pause zu machen, ich merkte es erst als moritz am bremsen war, und nach ca 3 sekunden extrembremsfading machte mein sturzbügel bekanntschaft mit dem andy seiner blechpacktasche. Mit dem ergebnis, dass seine nun ne delle hat, genauso wie mein schutzblech vorne. So nah war sich unsere bullets noch nie ;)

Dann abends auf dem marco polo altas ein campingzeichen ausfindig gemacht und hingefahren.
20 km übelster schotter und kopfsteinpflaster… wie dann auch erwartet war am see keine spur von campingplatz. Danke marco polo ….
Aber die nächstbeste familie am see gefragt ob wir dort zelten können und war natürlich kein problem.
Landschaft wie in schweden. Traumhaft. Hatten nur kein bier…
am nächsten morgen nervte dann ein bauer, der seine gülle genau dort abpumpen wollte wo unsere bullets standen.

Weiter gings durch triste polen über augustus, welches dann noch recht nett aussah und wo es die ganzen zeltplätze gab die im atlas nicht drinstanden, nach litauen.
Litauen gefiel uns auf anhieb besser. Landschaftlich wie auch die häuser, meist aus altem holz, und bunt wie in schweden.

Die strassen waren auch kurviger und kleiner. Bullet territory. Leute nett und hilfsbereit, landschaftlich super schön und meist recht wenig verkehr auf guten strassen.
In litauen ist zelten an einfachen zeltplätzen frei. Haben einen superschönen am see bei utena gefunden. Dort gabs auch schon bier in pet flaschen zu 1.2 oder 2.0 liter ;)

Nachts die akkus aufgeladen und am nächsten morgen war meine bullet batterie leer. mein energiemanagement ist leider miserabel. Notebook laufen lassen geht mit der alten bullet batterie leider gar nicht. Daher auch erst jetzt eine nachrihcht.

Die leute hier überholen oft wie die irren. Die kränze und kerzen am strassenrand sprechen eine sprache für sich.

Dann gings über lange schotterpisten durch lettland zur russischen grenze. Unsere bikes sehen momentan eher staubweiss als alles andere aus.

An der grenze sind wir natürlich erstmal an der autokolonne vorbeigemogelt um dann gleich ne abfuhr zu kassieren von der frau im grenzhäuschen. Allerdings müssten wir uns nicht hinten wieder anstellen wenn jeder 5 euro zahlt ;)
Am 2. Häuschen wurde von der beamtin gleich meine rahmennummer bemängelt. Sie würde ja wie selbstgemacht aussehen und ob das motorrad geklaut sei… tse tse. Wie die nur auf sowas kommen??
Der 2. beamter meinte dann die nummer sieht halt aus wie von einem alten motorrad. ;)
Dann wurde moritz noch dumm angemacht ob er überhaupt ne 150 fahren dürfte wie auf dem typenschild steht, aber das missverständnis wurde dann auch ausgeräumt.
In russland angekommen wurden wir gleich pampig angemacht warum unser einreiseformular noch nicht ausgefüllt war.
Am 2. Häuschen in russland mussten wir dann ein anderes formular 4 mal doppelt ausfüllen weil kleinigkeiten falsch angekreuzzt waren. Auch das haben wir überstanden und in unter 2 stunden die grenze verlassen.

Sprit kostet hier grad mal 50 cent. Die strassen sind gewöhnungsbedürftig. Die ersten gefühlten 100 km gabs nix als wald.
Dann schaschlik und rote beete suppe gegessen und in velikie luki ein hotel aufgesucht um sich registrieren zu lassen.
Um unsere bullets um mz sammlten sich gleich 9 motorradfahrer. Es hat sich wohl schnell rumgesprochen, dass hier ausländer mit seltsamen bikes angekommen sind. Die russen hatten fireblades, cb1, dicke chopper, kutten, bier und verchromte helme ;) und fahren ständig die downtownstrasse im ersten gang bis 130 :o hauptsache gehört zu werden. Nummernschild und helm brauchen die dafür auch nicht.

Soweit fürs erste…
Die bullets und mz laufen besser als erwartet. Die kontaktlose boyer zündung bei mir funktioniert wirklich gut, auch wenn ich mir nie sicher bin ob der zündzeitpunkt richtig ist.
Die neue jacke passt gut, wetter ist der hit, nur blauer himmel. Und noch mit niemandem streit angefangen.

More soon…..

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